Die Schweden nahmen damit erfolgreich Revanche für die 0:3-Endspielniederlage bei den Olympischen Spielen in Sotschi. Die Ahornblätter verpassten ohne ihre Superstars nach den Erfolgen in den vergangenen beiden Jahren den WM-Hattrick und ihren insgesamt 27. Titel, mit dem sie mit Rekordweltmeister Russland gleichgezogen wären. Sidney Crosby,
 
Kapitän beim Olympia-Triumph 2014 und beim Erfolg im World Cup im vergangenen September, spielte zeitgleich mit Stanley-Cup-Sieger Pittsburgh Penguins im NHL-Halbfinale. Die großen Namen fehlten im Team Canada, das in der Vorrunde noch gegen die Schweiz verloren hatte, in den K.o.-Spielen aber zu starker Form auflief. Ein kurioses Unterzahltor von Verteidiger Victor Hedman (40.), bei dem der Puck Torhüter Calvin Pickard durch die Beine sprang, und der entscheidende Treffer von Nicklas Bäckström im Penaltyschießen besiegelten vor 17.363 Zuschauern jedoch die Niederlage.
 

Die Schweden waren mit Lundqvist, Jungstar William Nylander und Mittelstürmer Bäckström so prominent wie seit Jahren nicht besetzt. Ryan O'Reilly traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich (42.) für die Kanadier. In einem Finale mit Hochgeschwindigkeits-Eishockey hatte Kanada vor den Augen des IOC-Präsidenten Thomas Bach im ersten Drittel die besseren Torchancen, konnte Lundqvist aber nicht überwinden. Mark Scheifele hatte Pech mit einem Pfostenschuss. Genauso erging es zu Beginn des zweiten Durchgangs Jeff Skinner. Schweden wurde stärker, ging aber glücklich in Führung. Nach dem Ausgleich sank das Niveau etwas, beide Teams warteten auf Fehler des Gegners. Mit Bronze musste sich Russland begnügen.
 
"Es ist nicht die Medaille, die wir wollten", sagte Trainer Oleg Snarok nach dem 5:3 im kleinen Finale gegen Finnland. Die Sbornaja war im Halbfinale nach einer 2:0-Führung noch mit 2:4 an Kanada gescheitert. Nikita Gussew (7./28.), Wladimir Tkatschjow (22.), Bogdan Kisselewitsch (29.) und Nikita Kutscherow (49.) sorgten mit ihren Toren dafür, dass die Russen zum vierten Mal in Folge bei einer WM Edelmetall gewannen. Finnland ging dagegen nach Silber im vergangenen Jahr leer aus. Die Aufholjagd mit Treffern von Mikko Rantanen (40.), Mikko Lehtonen (42.) und Veli-Matti Savinainen (46.) reichte vor 16.182 Zuschauern nicht zum Sieg. Eine positive Bilanz zogen die WM-Organisatoren um DEB-Präsident Franz Reindl.
 
Mit mehr als 685.000 Zuschauern in Köln und Paris waren die Erwartungen deutlich übertroffen und der Gesamtetat von 24 Millionen Euro gedeckt worden. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) kann mit mehr als zwei Millionen Euro rechnen, die in die Nachwuchsarbeit fließen soll. "Hier generieren wir das Geld, das wir brauchen, um vorwärts zu kommen", erklärte Reindl, "diesmal müssen wir keine Löcher stopfen." Sein Vorgänger Uwe Harnos hatte den Gewinn der Heim-WM 2010 in Höhe von 1,5 Millionen Euro noch dazu verwendet, ein jährliches Minus im Verband von bis zu 600.000 Euro auszugleichen. Jetzt soll der Gewinn vor allem für Trainer im Jugendbereich verwendet werden.