Titelverteidiger: Tom Kühnhackl und die Penguins Titelverteidiger: Tom Kühnhackl und die Penguins
Titelverteidiger: Tom Kühnhackl und die Penguins
© 2018 SID

Am Mittwoch beginnen in der nordamerikanischen Profiliga NHL die Play-offs um den Stanley Cup. Vier deutsche Eishockey-Nationalspieler sind dabei: Tom Kühnhackl, Tobias Rieder, Philipp Grubauer und Korbinian Holzer. Der Sport-Informations-Dienst (SID) beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wer ist Favorit?

Titelverteidiger Pittsburgh Penguins mit Stürmer Tom Kühnhackl strebt den dritten Stanley-Cup-Triumph in Folge an - als erster Klub seit 35 Jahren. Das Team um den kanadischen Superstar Sidney Crosby lief in den vergangenen beiden Jahren stets in den Play-offs zu Hochform auf. Der Kern der Mannschaft um Crosby, Jewgeni Malkin, Phil Kessel und Kris Letang blieb zusammen. Die meisten Punkte in der Hauptrunde sammelte Vizemeister Nashville Predators.

Welche Rolle spielt Tom Kühnhackl?

Der Landshuter gehört nicht zu den Stars bei den Penguins. Der 26-Jährige ist der harte Arbeiter, der den Stars den Rücken frei hält. Lediglich zwei Saisontore stehen für Kühnhackl zu Buche, seine Aufgabe in der vierten Sturmreihe ist die Defensive. Er bekommt es mit den besten Angreifern des Gegners zu tun und steht häufig in Unterzahl auf dem Eis. Gegner in der ersten Runde ist ab Mittwoch der Erzrivale Philadelphia Flyers.

Wie sind die Chancen für Tobias Rieder?

Kühnhackls Landshuter Kumpel geht nach vier NHL-Jahren mit 312 Hauptrundenspielen erstmals in den Play-offs aufs Eis. Sein Wechsel im Februar von den chronisch erfolglosen Arizona Coyotes zu den Los Angeles Kings war für den 25-Jährigen ein Glücksfall. Mit dem Meister von 2012 und 2014 ist Rieder allerdings nur Außenseiter. Im Achtelfinale treffen die Kings auf das Überraschungsteam Vegas Golden Knights, das in seiner ersten NHL-Saison von Rekord zu Rekord eilte.

Steht Philipp Grubauer im Tor der Washington Capitals?

Ja. Am Dienstag verkündete der Rosenheimer stolz, dass er beim Play-off-Start am Donnerstag gegen die Columbus Blue Jackets zwischen den Pfosten stehen wird. Jahrelang stand Grubauer im Schatten des Kanadiers Braden Holtby. Als der Stammgoalie schwächelte, bewies Grubauer seine Klasse. Seit Ende November war der Rosenheimer statistisch der beste Torhüter der NHL. Mit Holtby im Tor scheiterte Washington in den vergangenen beiden Jahren jeweils im Viertelfinale an Pittsburgh - trotz der Tore des russischen Superstars Alexander Owetschkin.

Kommt Korbinian Holzer bei den Anaheim Ducks zum Einsatz?

Wenn sich niemand verletzt, wohl nicht. Der Münchner war im Februar noch ins Farmteam nach San Diego abgeschoben worden. Im März half er zweimal aus. Auf mehr als insgesamt 16 Einsätze in der Hauptrunde brachte es der 29-Jährige aber nicht - seine schlechteste Bilanz seit seiner Debütsaison 2010/11. Im Play-off-Kader der Kalifornier ist Holzer Verteidiger Nummer acht.

Wie ist der Modus?

Gespielt wird nach dem Modus "best of seven", vier Siege sind zum Weiterkommen notwendig. Steht es nach 60 Minuten unentschieden, wird solange verlängert, bis ein Tor fällt. Das kann dauern. Das längste Spiel der NHL-Geschichte wurde 1936 zwischen den Detroit Red Wings und den Montreal Maroons erst nach 176:30 Minuten entschieden. Der Meister steht erst im Juni fest.