Dem Vernehmen nach landeten bereits etliche Bewerbungen auf dem Schreibtisch von Geschäftsführer Claus Gröbner, zu Wochenbeginn sollen nach Informationen unserer Zeitung erste Gespräche mit möglichen Kandidaten geführt werden. Wir stellen die Bewerber vor und fassen die Gerüchte zusammen, die in den vergangenen Tagen rund um die Sportdirektor-Suche bei den Panthern aufkamen.

 

LARRY MITCHELL (49)

 

Von allen Namen, die derzeit mit dem ERC in Verbindung gebracht werden, gilt der 49-Jährige als wahrscheinlichster Kandidat. Der Deutsch-Kanadier signalisierte gegenüber unserer Zeitung bereits einen Tag nach der Trennung von Ehrenberger Interesse an der Aufgabe. Mitchell würde zugleich alle Voraussetzungen mitbringen, die Geschäftsführer Claus Gröbner vom neuen, starken Mann bei den Panthern erwartet: kommunikativ, charismatisch, ausgezeichnetes Netzwerk, der deutschen Sprache mächtig. Zudem genießt Mitchell in Spielerkreisen ein hohes Ansehen - was man von dessen Vorgänger nicht immer behaupten konnte. Ehrenberger hat auch aufgrund seiner Sprachbarriere vor allem mit den nordamerikanischen Profis nicht gerade den engsten Kontakt gepflegt. Seit Mittwoch ist Mitchell auch offiziell auf dem Markt, nachdem die Straubing Tigers den Abschied ihres Trainers bekannt gaben. Nach zehn Jahren bei kleineren Klubs - vor seinem Engagement betreute er die Augsburger Panther als Trainer und Manager - reizt Mitchell die Herausforderung bei einem Top-Sechs-Klub, wozu sich die Ingolstädter zählen. Er gilt laut "Rheinischer Post" aber auch als Kandidat bei der Düsseldorfer EG. Christof Kreutzer soll demnach seinen Trainerposten gegen den des Sportlichen Leiters eintauschen. Ob das die Probleme der DEG löst, ist allerdings fraglich, da Kreutzer das erforderliche Netzwerk fehlt. Mitchell würde zudem gerne in der Nähe seiner Familie in Landsberg bleiben, wie er unserer Zeitung verriet.

 

TYLER BOUCK (37)

 

Auf Nachfrage unserer Zeitung wiegelte der Kapitän der Ingolstädter Meistermannschaft von 2014 ab: "Dass ich für einen solchen Posten gehandelt werde, ehrt mich zwar, doch das sind nur Gerüchte", teilte Bouck mit. Mehrere ehemalige Mitspieler berichten allerdings vom Interesse des 37-jährigen Kanadiers am vakanten Posten des ERC-Sportdirektors. Bouck, der von 2009 bis zu seinem Karriereende 2014 bei den Panthern unter Vertrag stand und inzwischen als Makler in seiner Heimat arbeitet, übernahm mit seiner natürlichen Autorität schon als Spieler Verantwortung, wurde ligaweit geschätzt und bringt durch seine Vergangenheit "Stallgeruch" mit. Boucks Manko: Er spricht kein Deutsch und verfügt über keinerlei Erfahrung im Management eines professionellen Eishockeyklubs. Da sich der ERC kein Experiment erlauben darf, wäre ein Engagement Boucks wohl zu risikoreich.

 

KURT KLEINENDORST (56)

 

Der US-Amerikaner hatte den ERC als Nachfolger von Trainer Manny Viveiros im November 2015 übernommen und noch in die Pre-Play-offs geführt, wo die Panther das Aus gegen Straubing ereilte. Dennoch verlängerte Kleinendorst seinen Vertrag - um nur neun Wochen später zu seinem Ex-Klub Binghamton Senators zurückzukehren. Als Grund für seinen plötzlichen Abgang führte der 56-Jährige, der in der Saison 1988/89 schon als Stürmer für den ERC aktiv war, Kommunikationsprobleme und gebrochene Absprachen mit Ehrenberger an. Der ist nun weg - und Kleinendorst bald wieder da? Der ehemalige Scout und Assistenztrainer des NHL-Klubs New Jersey Devils hat nach wie vor Freunde in Ingolstadt und eine Rückkehr nie ausgeschlossen. Fachlich genießt Kleinendorst hohes Ansehen, zudem dürfte kein anderer Kandidat über ein derart dichtes Netzwerk in Nordamerika verfügen. Fraglich ist allerdings, ob der ERC Kleinendorst seine Flucht im vergangenen Sommer verziehen hat.

 

LARRY HURAS (61)

 

In der Saisonanalyse der Ingolstädter Verantwortlichen wurde der Vorwurf an Trainer Tommy Samuelsson laut, dass er gelegentlich einen zu laxen Umgangston wählte. Einem, dem das Gegenteil nachgesagt wird, ist Huras. Der Kanadier gilt als knallhart, nimmt kein Blatt vor den Mund und verlangt von sich und seinen Spielern alles ab. Sucht der ERC Ingolstadt also tatsächlich einen "harten Hund", würde der 61-Jährige perfekt passen. Ob sich der Machtmensch, der die Panther 2015 zur Vizemeisterschaft führte, allerdings mit der Aufgabe als Sportdirektor zufriedengeben dürfte, darf bezweifelt werden. Zumal er diese Aufgabe während seiner erfolgreichen Karriere - mit Zürich, Lugano und Bern wurde er Schweizer Meister - noch nie offiziell innehatte. In dieser Saison läuft es allerdings überhaupt nicht für Huras. Mit Fribourg-Gottéron spielt er ab Dienstag gegen Ambri-Piotta um den Klassenerhalt.

 

ROB DAUM (59)

 

Der "Professor", wie Rob Daum in Österreich genannt wird, ist seit Anfang der Woche ebenfalls auf dem Markt, nachdem er mit dem EHC Linz in der österreichischen EBEL im Viertelfinale ausschied und sich der Klub von ihm trennte. "Optionen habe ich noch keine. Ich werde schnell wieder bereit sein. Wo auch immer ich hingehe, werde ich natürlich genauso mit Hingabe und Leidenschaft arbeiten", sagte der 59-Jährige bei seinem tränenreichen Abschied. Nach Informationen unserer Zeitung soll sich Daum aber bereits beim ERC ins Gespräch gebracht haben. In seiner sechsjährigen Trainertätigkeit bei den Linzern gewann Daum einmal die Meisterschaft, zudem stehen vier Halbfinalteilnahmen zu Buche. Weil der Kanadier allerdings keinerlei Erfahrungen als Sportdirektor vorzuweisen hat und trotz seiner langen Zeit in Österreich nach wie vor nicht Deutsch spricht, hat er bei den Panthern nur Außenseiterchancen. Wahrscheinlicher klingt da schon ein Engagement als Trainer bei der Düsseldorfer EG, wo er laut österreichischen Medien ebenfalls ein Kandidat ist.