Doppelte Premiere: Angreifer Dennis Swinnen (rechts) gelang beim 5:3 bei der Düsseldorfer EG nicht nur sein erstes Saisontor für den ERC Ingolstadt. Der Deutsch-Belgier war auch zum ersten Mal überhaupt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) erfolgreich..
Doppelte Premiere: Angreifer Dennis Swinnen (rechts) gelang beim 5:3 bei der Düsseldorfer EG nicht nur sein erstes Saisontor für den ERC Ingolstadt. Der Deutsch-Belgier war auch zum ersten Mal überhaupt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) erfolgreich.
Schicho
Alexander Barta schien das Unheil kommen zu sehen. "Ingolstadt ist seit ein paar Spielen wieder eine sehr gute Mannschaft. Wir müssen unsere beste Leistung abrufen", hatte der ehemalige Ingolstädter in Reihen der Düsseldorfer vor dem Eröffnungsbully gesagt. Weil die DEG aber weit von ihrer besten Leistung entfernt war und der ERC unter Trainer Doug Shedden unaufhaltsam weitermarschierte, setzten sich die Ingolstädter völlig verdient durch.

Die Panther punkteten damit auch im siebten Spiel unter dem Kanadier, holten seit dessen Amtsübernahme 16 Zähler und liegen damit weiter in Schlagdistanz zu den direkten Play-off-Plätzen. "Das war ein großer Sieg für uns. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft", sagte Shedden und ergänzte: "Wir sind jetzt wieder Teil der Party."

Zweikampfstark, schnell, kombinationssicher: Die Ingolstädter, die mit Patrick McNeill, Tim Stapleton, Benedikt Kohl, Kael Mouillierat, Matt Pelech und Rekonvaleszent Simon Schütz gleich auf sechs Spieler verzichten mussten, knüpften in der Anfangsphase an den starken Auftritt gegen die Eisbären Berlin (5:0) am Freitag an. Immer wieder setzten sie sich im Angriffsdrittel fest, wodurch sich die Rheinländer zu zwei frühen Strafzeiten hinreißen ließen.

Die bis dahin beste Möglichkeit bot sich den Panthern aber bei Fünf gegen Fünf. Nach einem Abstimmungsfehler in der Düsseldorfer Hintermannschaft kam Joachim Ramoser (8.) im erst zweiten Saisonspiel an die Scheibe, seinen Schuss aus zentraler Position konnte Torhüter Mathias Niederberger aber parieren.

Zwar meldeten sich kurz darauf auch die Gastgeber mit dem ersten gefährlichen Abschluss durch Maximilian Kammerer (9.) in der Partie an, der ERC war aber weiter spielbestimmend und ging folgerichtig in Führung. John Laliberte (14.) drehte sich hinter dem Tor um Gegenspieler Bernhard Ebner herum und überwand Niederberger zum 0:1.

Die optische Überlegenheit spiegelte sich damit auch im Ergebnis wieder - und der ERC legte den zweiten Treffer nach. Dennis Swinnen (15.) war mit einem platzierten Schuss über Niederbergers Schulter erfolgreich. "Der hat genau gepasst", freute sich der Angreifer über sein erstes Saisontor, das gleichzeitig sein Premierentreffer in der DEL war. "Den Puck schenke ich meinen Eltern, denn ohne sie wäre ich jetzt nicht hier", ergänzte er.

Auch auf den Tribünen gaben die rund 100 mitgereisten Ingolstädter Fans unter den 7185 Zuschauern nun deutlich den Ton an - bis die Panther zweimal etwas zu sorglos verteidigten und prompt den Ausgleich kassierten. Zunächst gelang John Henrion (18.) der Anschlusstreffer, ehe Kevin Marshall (18.) nur 47 Sekunden später bei angezeigter Strafzeit zum 2:2 ausglich.

Alles auf Anfang hieß es allerdings nur ganze zwölf Sekunden. Dann nämlich brachte Mike Collins (19.), der am Freitag seinen Vertrag um weitere zwei Jahre bis 2020 verlängert hatte, die Gäste wieder in Führung. Einen Alleingang schloss der Ingolstädter Topscorer eiskalt zum 3:2 ab. "Wir sind ganz gut gestartet, dürfen die 2:0-Führung aber nicht so einfach weggeben", sagte Ramoser, der Swinnens Treffer vorbereitet hatte, trotz des über weite Phasen überzeugenden Auftritts.

Die kritischen Worte des Rückkehrers passten zum neuen Anspruchsdenken der Panther, die unter Shedden wieder zum "Panther-Eishockey" zurückgefunden haben. Denn auch im Mittelabschnitt dominierten die Gäste mit ihrer direkten Spielweise und legten den vierten Treffer nach. Swinnen hatte sich nach Vorlage von Ville Koistinen bereits als Torschütze feiern lassen, das 2:4 wurde später aber Ramoser (23.) gutgeschrieben. Der Angreifer hatte die Scheibe noch leicht abgefälscht.

Daniel Weiß (33.) brachte die Gastgeber zwar noch einmal heran, die Antwort der Gäste ließ aber erneut nicht lange auf sich warten. Denn nur 60 Sekunden nach dem 3:4 stellte Koistinen in Überzahl die Zwei-Tore-Führung wieder her. Auch für den Abwehrspieler war es der erste Treffer für die Panther und in der DEL, nachdem ihm zuvor in vier Partien bereits fünf Vorlagen gelungen waren.

Weil die Ingolstädter die Partie im Schlussabschnitt souverän herunterspielten und den Düsseldorfern nicht mehr viel einfiel, untermauerten die Panther ihren Status als "Mannschaft der Stunde".

 

Düsseldorfer EG: M. Niederberger - Picard, Nowak; Haase, Marshall; Ebner, Burlon; Huss - Kammerer, Barta, Machacek; Dmitriev, Bordson, Henrion; Boyce, Weiß, Lewandowski; L. Niederberger, Laub, Strodel. - ERC Ingolstadt: Pielmeier - Koistinen, Schopper; Sullivan, Friesen; Wagner - Braun, Olver, Mauldin; Laliberte, Olson, Collins; Elsner, Taticek, Greilinger; Swinnen, Berglund, Ramoser. - Tore: 0:1 Laliberte (14.), 0:2 Swinnen (15.), 1:2 Henrion (18.), 2:2 Marshall (18.), 2:3 Collins (19.), 2:4 Ramoser (23.), 3:4 Weiß (33.), 3:5 Koistinen (34.). - Strafminuten: 14 / 6. - Schiedsrichter: Kopitz, Schrader. - Zuschauer: 7185.