Siegtreffer 28 Sekunden vor Schluss
Augsburg (DK) 28 Sekunden fehlten dem ERC Ingolstadt, um sich mit einer enormen Energieleistung und mindestens einem Punkt in die Länderspielpause zu retten. Doch dann sorgte Brian Roloff mit einem Powerplaytor für einen glücklichen 1:0-Sieg der Augsburger Panther und Wut im Lager der Oberbayern.

Gut abgewehrt: Der Augsburger Goalie Tyler Weiman pariert einen Schuss des Ingolstädters Kris Sparre (hinten) - Foto: Eibner
Was die Panther so erzürnte waren die letzten Minuten. Zwei berechtigte Strafzeiten hatte das aufopferungsvoll kämpfende ERC-Team bereits überstanden, da schickte Schiedsrichter Roland Aumüller auch noch Jeremy Reich wegen Haltens vom Eis und sorgte so für eine 5:3-Powerplaysituation für Augsburg. Diese überstanden die Ingolstädter zwar auch noch, doch als mit Timmy Pettersson nach Michel Periard und Reich auch noch ein dritter Verteidiger vom Eis musste, war es geschehen. Roloff kam frei an die Scheibe und schob zum glücklichen Siegtreffer ein.
So schnell können sich in der Deutschen Eishockey-Liga eben die Vorzeichen ändern. Spielten die Panther am 26. Dezember in Augsburg (2:3 n. V.) noch um die Tabellenführung, mussten sie gestern Abend darum kämpfen, den dritten Platz zu verteidigen. Und das unter erschwerten Bedingungen. Denn mit Thomas Greilinger (Leistenprobleme) zog bereits der fünfte ERC-Spieler ins Lazarett ein, so dass Trainer Rich Chernomaz nur noch drei Blöcke zur Verfügung standen.
Diese stellte der ERC-Coach gegenüber dem Freitagsspiel gegen Straubing (3:5) auch noch um, so dass ein runderneuertes Panther-Team im eisigen Curt-Frenzel-Stadion auflief. 4035 Unentwegte, darunter rund 150 Ingolstädter, genossen bei minus 12 Grad in der offenen Arena klassische Eishockey-Atmosphäre.
Auf dem Eis gingen die Gastgeber entsprechend aggressiv zur Sache und drängten die Oberbayern zehn Minuten lang in deren Defensivzone. Janka stand einige Male im Brennpunkt, doch meisterte er gemeinsam mit seinen Vorderleuten alle brenzligen Situationen.
Die Panther hatten nur wenige Gelegenheiten, dafür aber sehr gute. Sparre (13.) lief ebenso alleine auf AEV-Goalie Tyler Weiman zu wie Rick Girard (18.), doch scheiterten beide am Torwart.
Den meisten Applaus gab es im ersten Drittel allerdings für Max Fedra. Der 56-jährige AEV-Manager war erstmals seit seinem schweren Herzinfarkt im vergangenen Oktober wieder im Stadion und wurde mit Sprechchören gefeiert.
Der zweite Abschnitt verlief wesentlich ausgeglichener, phasenweise waren sogar die Panther, bei denen der in dieser Saison nicht überzeugende Joe Motzko mit einer engagierten Leistung herausstach, die überlegene Mannschaft. Vor allem, als sie sich bei Fünf gegen Fünf über eine Minute in der Verteidigungszone der Gastgeber festsetzen konnten – am Ende jedoch ohne Erfolg. Bester Mann auf dem Eis war allerdings ERC-Goalie Janka. Der 31-Jährige rettete gegen John Zeiler (30.) und Brian Roloff (32.) bravourös und hatte das Glück auf seiner Seite, dass Schiedsrichter Aumüller 30 Sekunden vor der Drittelpause den Videobeweis bemühte und einen Treffer von AEV-Neuzugang Cam Paddock nicht anerkannte.
Die Augsburger Fans hatten nun ihren Sündenbock, und die Gastgeber kehrten mit Wut im Bauch aus der Pause zurück. Das Team von Trainer Larry Mitchell rannte an, doch bei Janka war stets Endstation. Und einmal war auch Glück dabei, als T.J. Treveylan nur das Gestänge traf. Doch dann kamen noch die turbulenten Schlussminuten mit dem dicken Ende.
Jetzt haben die Panther fünf Tage trainingsfrei, um diese Partie aus den Köpfen zu bekommen. Nach der Länderspielpause geht es dann am 14. Februar beim Schlusslicht Hannover weiter.
Von Gottfried Sterner
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