Ingolstadt: Schnelles Wiedersehen
Passstark im Powerplay: Sean Sullivan soll dem Überzahlspiel des ERC mehr Durchschlagskraft von der Blauen Linie verleihen. -
Meyer
Ingolstadt

Wenn allein die Stimmung über das Ergebnis entscheiden würde, wären die Panther heute Abend wohl kaum zu schlagen. Verteidiger Matt Pelech verließ gestern nach dem Vormittagstraining unter Jubelrufen und offensichtlich bestens gelaunt das Eis. Trainer Tommy Samuelsson war ebenfalls zu Scherzen aufgelegt, ehe er im Vorbeigehen noch ein zusammengeknülltes Papier treffsicher in den Abfalleimer beförderte. Und auch Sullivan bekam beim Gespräch über den Saisonauftakt das Grinsen nicht aus dem Gesicht - schließlich geht es für den 33-Jährigen gleich gegen die alten Kollegen. "Das Eröffnungsspiel in eigener Halle - und dann gegen Straubing. Ich habe noch ein paar Freunde dort. Aber wenn ich auf dem Eis bin, will ich besser sein als sie", sagt Sullivan, der in der vergangenen Saison bei den Niederbayern unter Vertrag stand.

Sein Trainer bei den Tigers hieß Larry Mitchell - der ist jetzt Sportdirektor in Ingolstadt und holte Sullivan donauaufwärts nach. Dem ERC soll der Verteidiger mit seinen läuferischen Qualitäten und seiner Übersicht weiterhelfen. In Top-Form ist der US-Amerikaner kaum zu stoppen, wie die Panther im Play-off-Viertelfinale 2015 erfahren mussten. Damals trug Sullivan das Trikot der Iserlohn Roosters und schaffte in der äußerst umkämpften Serie, die der ERC erst im siebten Spiel für sich entschied, als Defensivkraft vier Tore und sieben Scorerpunkte. "Wir hatten eine tolle Mannschaft damals. Das hat Spaß gemacht", erinnert sich Sullivan. "Ich hoffe, dass ich das wiederholen kann." In Ingolstadt absolvierte er eine unspektakuläre Saisonvorbereitung: defensiv solide, offensiv unauffällig. "Von meinem Offensivspiel war ich enttäuscht", gibt er zu. "Im eigenen Drittel war es in Ordnung. Am Ende habe ich mich aber wohler gefühlt."

Vielleicht liegt es am bislang eher harmlosen Überzahlspiel des ERC, dass Sullivan noch nicht so recht auf sich aufmerksam machen konnte - denn genau das gilt als dessen große Stärke. "Wir haben viele tolle Stürmer mit einem guten Schuss. Mein Job ist es, ihnen den Puck zu geben", umreißt Sullivan seine Aufgabe. "Wir müssen das Powerplay einfach halten und viel schießen. Dann wird es klappen."

Um das Überzahlspiel ins Laufen zu bekommen, ließ das Trainerteam zuletzt nichts unversucht. "Wir haben das Powerplay in den vergangenen zwei Wochen intensiv trainiert und auch gefilmt, damit sich die Jungs das noch einmal anschauen konnten", berichtet Samuelsson. "Hoffentlich trägt das Früchte. Wir wissen, dass es ein Schlüssel zum Erfolg ist."

Gegen die Straubing Tigers, die gestern den kanadischen Stürmer Levko Koper als sechsten Neuzugang fest unter Vertrag nahmen, klappte es in der Vorbereitung allerdings auch ohne Überzahltreffer: Im Halbfinale des Gäuboden-Cups bezwangen die Ingolstädter den Gastgeber vor drei Wochen recht mühelos mit 4:1. Dass die Panther die Tigers deshalb auf die leichte Schulter nehmen, glaubt Sullivan jedoch nicht: "Das war noch früh in der Vorbereitung, sie sind jetzt sicher besser. Aber wir auch." Auch die Statistik spricht für die Panther: Acht der vergangenen neun Heimspiele hat der ERC gegen Straubing gewonnen. Sollten sie die Serie ausbauen, dürfte die Laune im Panther-Lager sicher noch steigen.
 

ERC Ingolstadt in Kürze

 

  • Personal: Bis auf Dennis Swinnen (im Trockentraining umgeknickt) sind alle Panther einsatzbereit – auch die zuletzt angeschlagenen Matt Pelech und Greg Mauldin werden heute und am Sonntag bei Meister EHC München (14 Uhr, Olympia-Eishalle) auflaufen. Womöglich kommen die Förderlizenzspieler Simon Schütz und Christoph Kiefersauer daher beim Kooperationspartner Kaufbeuren zum Einsatz. Ob Timo Pielmeier oder Neuzugang Jochen Reimer zum Saisonstart das Tor hüten wird, verriet Trainer Tommy Samuelsson nicht. „Wer zum Spiel kommt, wird es erfahren“, schmunzelte er.

 

  • Kapitän: Neuer und alter Kapitän des ERC ist John Laliberte. Wie erwartet wird der 34-jährige Angreifer, der seit 2012 im Klub ist, bei den Heim- und Auswärtsspielen das „C“ auf der Brust tragen. Assistenten sind Darin Olver, Dustin Friesen, Brandon Buck und Benedikt Kohl.

 

  • Motivation: Pünktlich zum Saisonstart ist die ERC-Kabine mit blauer Farbe und Motivationssprüchen noch einmal aufgehübscht worden. Schon beim Gang in den Kabinentrakt werden die Panther mit „It's a great day for hockey“ („Es ist ein großartiger Tag für Eishockey“) begrüßt, drinnen erinnern Signalwörter und Motivationssprüche an die richtige Arbeitseinstellung. Bevor die ERC-Profis das Eis betreten, wartet die letzte Botschaft: „100% ERC Ingolstadt“.
  • Sonderzug: Anmeldungen zum Halloween-Sonderzug am 31. Oktober nach Köln sind in der Arena am Fanprojektstand hinter Block F möglich. „Es gibt noch genug Tickets“, sagt die Fanbeauftragte Petra Vogl. Der Preis von 99 Euro beinhaltet Fahrtkosten, Eintritt sowie den Sonderzug-Schal.