Hat in dieser Saison zu alter Stärke zurückgefunden: DEG-Profi Alexander Barta, der in der Saison 2015/16 das Trikot des ERC Ingolstadt trug.
Hat in dieser Saison zu alter Stärke zurückgefunden: DEG-Profi Alexander Barta, der in der Saison 2015/16 das Trikot des ERC Ingolstadt trug. Am Sonntag steht er zum 700. Mal auf DEL-Eis.
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Düsseldorf
Der Angreifer kam zur Saison 2015/16 nach Ingolstadt, obwohl er eigentlich schon auf dem Weg zur DEG gewesen war. Seit seiner Kindheit ist Barta großer Fan der Rot-Gelben. Schließlich lebte ein Teil der Großeltern einst im südlichen Düsseldorfer Stadtteil Garath, der andere wohnt noch heute in Solingen. "Ich war mit der DEG damals in guten Gesprächen und das Angebot erschien mir insgesamt auch attraktiver als das des ERC. Ich hatte jedoch den Wunsch, endlich mal mit meinem Bruder Björn zusammen in einer Mannschaft zu spielen", erzählt Barta.

Björn Barta ist heute auf der Geschäftsstelle von Oberligist Füchse Duisburg tätig, für die er auch noch spielt. Mit dem großen Eishockey hat er abgeschlossen, und auch für Bruder Alexander schien das Ende auf höchstem Niveau nah. Mit sieben Treffern und fünf Vorlagen blieb er in der vergangenen Saison weit hinter den Erwartungen zurück, nicht wenige forderten daher die Auflösung seines Vertrages.

"Ich habe in einer Krise gesteckt, die mehrere Gründe hatte und aus der ich mich nicht befreien konnte. Es war kein schönes Jahr, aber es ist abgehakt. In der Vorbereitung habe ich sehr viel und hart gearbeitet. Mir ist es wichtig, der DEG auf ihrem Weg in die Play-offs eine große Stütze zu sein", sagt Barta, der am Sonntag sein 700. DEL-Spiel bestreitet.

Es scheint ihm zu gelingen. Jedenfalls führt der 34-Jährige die interne Scorerliste mit fünf Treffern sowie sechs Vorlagen aktuell an. Neben dem Anspruch an sich selbst scheint Barta auch der neue Trainer Mike Pellegrims gut zu tun. Das Verhältnis zu Ex-Coach Christof Kreutzer war offenbar belastet, nach Ingolstadt hingegen gibt es weiterhin Kontakt. "Ich telefoniere oft mit Timo Pielmeier und Petr Taticek", verrät Barta.

Auch die beiden Kanadier Boyce und Picard haben den ERC nicht komplett aus den Augen verloren, betrachten die Begegnung jedoch nüchtern. "Für mich ist es keine spezielle Partie. Ich war bislang für 13 Klubs aktiv, da trifft man immer mal auf einen ehemaligen", meint "Wandervogel" Picard. Der 32 Jahre alte Verteidiger freut sich allerdings auf das Wiedersehen mit Ingolstadts Stürmer Greg Mauldin, gemeinsam spielten sie vergangene Saison beim HC Fribourg-Gottéron. "Zudem hält meine Frau noch Kontakte zu einigen Spielerfrauen des ERC", sagt Picard. Auch für Boyce - dem bisher zwei Treffer und vier Vorlagen gelangen - ist es einfach nur ein neues Spiel. Der 33-Jährige gab allerdings zu: "Wenn wir im November in Ingolstadt spielen, dann könnte es eventuell etwas emotionaler werden."

Ob Conboy dann mitwirken kann, ist fraglich. Am Sonntag fehlt er auf jeden Fall - und überhaupt könnte es für ihn ein äußerst emotionales Jahr werden. Dem auf dem Eis oft gnadenlos agierenden Verteidiger, privat aber sehr angenehmen Menschen, droht schließlich das Karriereende. "Meine früheren Knieverletzungen verursachen inzwischen Rückenschmerzen. Ich frage gerade viele Ärzte um Rat", sagt Conboy.

Der 35-Jährige war 2012 zum ERC gekommen. "Ich war damals zum ersten Mal in Deutschland und der Gewinn der Meisterschaft 2014 wird mir immer in Erinnerung bleiben", sagt Conboy. Nur zu gerne würde er auf dem Eis stehen, denn Barta brachte es auf den Punkt: "Irgendwie macht es doch immer wieder Spaß, gegen einen Ex-Verein zu spielen."