ERC Ingolstadt vs EHC Red Bull Muenchen, Eishockey, DEL, Deutsche Eishockey Liga, Spieltag 40, 07.01.2018
Torwart Timo Pielmeier (Nr. 51, ERC Ingolstadt), Matt Pelech (Nr. 23, ERC Ingolstadt), Darin Olver (Nr. 40, ERC Ingolstadt), Patrick Hager (Nr. 52, EHC Red Bull München) und Jon Matsumoto (Nr. 19, EHC Red Bull München
Johannes Traub
Ingolstadt
Die Münchner hatten zwölf ihrer vergangenen 13 Spiele gewonnen, und ihre Bilanz gegen den ERC war nicht minder beeindruckend: Acht der jüngsten neun Vergleiche endeten zugunsten des Meisters. Gestern Abend jedoch nicht: Dank eines Hattricks des starken Darin Olver und eines tollen Solos von Thomas Greilinger in der Verlängerung behielten die Panther die Oberhand. „Ich finde es toll, dass die Jungs nach dem 3:4-Rückstand im dritten Drittel noch die Zuversicht hatten, das Spiel zu gewinnen“, lobte Trainer Doug Shedden. Die Ingolstädter klettern nach 40 Saisonspielen auf Tabellenrang acht der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und haben nur noch vier Punkte Rückstand auf einen direkte Play-off-Platz. „Es ist bis jetzt ein hartes Jahr gewesen, aber heute sind die Pucks endlich mal reingegangen“, freute sich Olver, der „stolz auf das Team“ war.
 
Die Panther, die auf Kael Mouillierat (Oberkörperverletzung) verzichten mussten, erwischten einen denkbar schlechten Start: Bevor sie auch nur einmal richtig im gegnerischen Drittel aufgetaucht waren, mussten sie schon das 0:1 hinnehmen. Einen Fernschuss Ryan Buttons fälschte Frank Mauer unhaltbar für ERC-Torhüter Timo Pielmeier zum 0:1 ab (3.).
 
ERC Ingolstadt vs EHC Red Bull Muenchen, Eishockey, DEL, Deutsche Eishockey Liga, Spieltag 40, 07.01.2018
John Laliberte (Nr. 15, ERC Ingolstadt) und Derek Joslin (Nr. 25, EHC Red Bull München)
Johannes Traub
Ingolstadt
Nach zehn Minuten musste auch Münchens Goalie David Leggio erstmals eingreifen: Ville Koistinen hatte am langen Pfosten Olver bedient, doch dessen kurzen Querpass brachte Greg Mauldin nicht über die Linie. Die immer beherzter auftretenden Gastgeber überstanden auch 45 Sekunden in doppelter Unterzahl – und 88 Sekunden nach Wiederbeginn (allerdings ohne den angeschlagen in der Kabine gebliebenen Patrick McNeill) belohnten sie sich für ihren Einsatz: Einen Konter vollendete Olver nach Doppelpass mit Braun zum 1:1 ins kurze Eck (21.). Bemerkenswert: Der Torschütze hatte seit Drittelbeginn ohne Wechsel auf dem Eis gestanden. Dreieinhalb Minuten später gingen die Panther sogar in Führung: Über David Elsner und Greilinger gelangte die Scheibe zum formverbesserten Petr Taticek, der aus kurzer Distanz zum 2:1 abstaubte (26.).
 
Die 3742 Zuschauer in der Saturn-Arena machten ordentlich Alarm – doch wie aus dem Nichts fiel als Stimmungskiller das 2:2. Nach einem unglücklichen Puckverlust der Ingolstädter reagierten die Gäste blitzschnell, und DEL-Topscorer Keith Aucoin traf eiskalt zum Ausgleich (31.).
 
Fotostrecke: ERC - EHC Red Bull München 5:4 n.V.

 
Doch es blieb das Drittel der Panther: Als kurz nacheinander die Münchner Mauer und Konrad Abeltshauser auf die Strafbank wanderten, durfte der ERC fast anderthalb Minuten in doppelter Überzahl ran – und diese Chance nutzte er. Eine Sekunde vor Ablauf der zweiten Strafzeit landete ein Distanzschuss Sean Sullivans, der von Olvers Schlittschuh noch entscheidend abgelenkt wurde, zum 3:2 im Netz (38.). „Stolz sein kann man darauf nicht, aber es zählt“, kommentierte der Torschütze.
 
Zuvor hatten die Panther allerdings Glück gehabt, weil Mauer direkt nach seiner Rückkehr aufs Eis die Scheibe stibitzt und Michael Wolf bedient hatte – doch dessen Schuss stoppten der Pfosten und Pielmeiers Schlittschuh gemeinschaftlich (37.). Weil der Ingolstädter Torwart anschließend Dominik Kahuns Versuch vereitelte (39.) und Brooks Macek am langen Pfosten die Scheibe nicht erwischte (40.), gingen die Panther mit der Führung ins Schlussdrittel.
 
Thomas Greilinger erzielt gegen München seinen 201. Treffer für den ERC
In der Verlängerung zum DerbysiegThomas Greilinger erzielt gegen München seinen 201. Treffer für den ERC
Johannes Traub
Ingolstadt
Die hatte jedoch nicht lange Bestand: Nach Schuss von Steven Pinizzotto prallte der Puck vom Schlittschuh Jerome Flaakes zum 3:3 über die Linie (43.), und als Kahun wenig später einen weiteren Treffer nachlegte, führten plötzlich wieder die Münchner (45.). Doch auch dieser Spielstand währte nur zwei Minuten – dann hatte Olver mit seinem dritten Treffer des Abends im Powerplay das 4:4 in den Winkel erzielt (47.).
 
So stand es auch nach 60 Minuten – zum vierten Mal in Folge hieß es für den ERC Verlängerung. Und zum dritten Mal sicherten sich die Panther den Extrapunkt: Greilinger, der zuvor schon zwei Vorlagen geliefert hatte, krönte sich mit einem ganz starken Solo zum umjubelten Matchwinner (62.). Überdies war es das 201. DEL-Tor des Publikumslieblings im Panther-Trikot – das 200. war der Penalty zum Sieg gegen Augsburg gewesen.
 
ERC Ingolstadt: Pielmeier – McNeill, Koistinen; Pelech, Sullivan; Friesen, Wagner; Schopper – Mauldin, Olver, Braun; Collins, Olson, Laliberte; Greilinger, Taticek, Elsner; Berglund, Swinnen.
EHC München: Leggio – Seidenberg, Abeltshauser; Boyle, Aulie; Joslin, Button; Kettemer – Wolf, Hager, Matsumoto; Mauer, Kahun, Kastner; Macek, Aucoin, Jaffray; Pinizzotto, Christensen, Flaake.
Schiedsrichter: Hoppe/Rohatsch.
Tore: 0:1 Mauer (3.), 1:1 Olver (22.), 2:1 Taticek (26.), 2:2 Aucoin (31.), 3:2 Olver (38.), 3:3 Flaake (43.), 3:4 Kahun (45.), 4:4 Olver (47.), 5:4 Greilinger (62.) .
Strafminuten: 6/6.
Zuschauer: 3742
 

 

Stimmen zum Spiel

 
Doug Shedden, Trainer ERC
Es war eine harte Woche. Wir haben gegen drei Mannschaften der Top Vier gespielt. Es ist schon wie Play-off-Eishockey. Es war wirklich gut, dass wir das Selbstvertrauen hatten, das Spiel zu gewinnen, als wir im letzten Drittel 3:4 hinten lagen. Ich freue mich, dass die Spieler für die harte Arbeit belohnt wurden. Wir klettern langsam in der Tabelle. Jetzt haben wir ein bisschen Erholung nötig.
 
Don Jackson, Trainer München

Über das gesamte Spiel haben wie zu viele Fehler gemacht, um das Spiel zu gewinnen. Ingolstadt ist gut gelaufen und hat vor allem im zweiten Drittel viel Druck gemacht. Trotzdem: Respekt an meine Mannschaft, dass sie im letzten Drittel noch einmal zurückgekommen ist.