Panther blamieren sich bei den Tigers
Straubing (DK) Was ist bloß mit den Panthern los? Gestern Abend verlor der ERC Ingolstadt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zum dritten Mal in Folge. Bei der 0:5 (0:1, 0:0, 0:4)-Pleite gegen die Straubing Tigers gefiel vor 4248 Zuschauern einzig Torhüter Ilpo Kauhanen.

Rettung in höchster Not: ERC-Torwart Ilpo Kauhanen klärt vor dem Straubinger Chad Bassen. Im Hintergrund muss ERC-Verteidiger Jakub Ficenec tatenlos zuschauen. - Foto: Schindler
Gestern Abend wartete ERC-Coach Bob Manno mit einer Überraschung auf. Zum ersten Mal in einem Punktspiel gewährte er nämlich Stammgoalie Dimitri Pätzold von Beginn an eine Auszeit. Für den Nationaltorhüter feierte Ilpo Kauhanen sein Comeback im Panther-Dress nach fast sieben Jahren. "Kein Training der Welt kann ein Spiel ersetzen. Am Freitag gegen Köln soll er spielen, da ist das heute ein guter Test", erklärte Manno den Wechsel.
Die Neuverpflichtung im Tor konnte sich nicht über mangelnde Arbeit beklagen. Bereits nach 33 Sekunden musste Kauhanen einen Schuss von Bill Trew parieren. Die Gastgeber legten sich von Beginn an mächtig ins Zeug, doch die Abwehr der Gäste hielt zunächst. Der wieder genesene Ben Clymer tat der Verteidigung erkennbar gut, dafür haperte es im Angriff. So musste der Deutsch-Finne im ERC-Tor mehrmals hellwach sein, um den Rückstand zu verhindern. Abermals gegen Trew, Andy Canzanello (beide vierte Minute) und Dustin Whitecotton reagierte Kauhanen gut.
Die Manno-Cracks kamen – unterstützt von rund 300 Fans – nur schleppend ins Spiel. Die Panther leisteten sich zu viele Abspielfehler und kamen selbst bei zwei Überzahlsituationen im ersten Drittel kaum gefährlich vor das Tigers-Tor. Mike Bales musste nur sporadisch eingreifen, wie etwa bei einem Schuss von Clymer (3.). Die Überlegenheit der Straubinger schlug sich ab der siebten Minute auch im Ergebnis nieder. Brian Maloney überwand Kauhanen zur nicht unverdienten Führung. In seiner besten Aktion bis dato scheiterte Thomas Greilinger in der zwölften Minute an Bales, mehr fiel den Panther im ersten Abschnitt nicht ein.
Auch der Start in das Mitteldrittel ließ sich aus Ingolstädter Sicht nicht gut an. Einzig Kauhanen steigerte sich kontinuierlich und vereitelte bei Versuchen von Calvin Elfring (21.) und Peter Flache (26., der ERC zu diesem Zeitpunkt in Überzahl) einen höheren Rückstand. Der Angriff der Gäste lahmte zunächst weiter, einzig Matt Hussey jagte an alter Wirkungsstätte alleine vor Bales die Scheibe über das Tor (25.). Jakub Ficenec brummte eine Strafzeit ab, als Trew plötzlich allein vor Kauhanen auftauchte, die Scheibe am Panther-Goalie aber nicht vorbeibrachte (32.). Wenig später hatte Pat Kavanagh den Ausgleich auf dem Schläger, freistehend vor Bales versagten ihm aber die Nerven. Als Tyler Bouck sich gut auf links durchgesetzte hatte, war das Glück auf Seiten der Straubinger. Denn Bales hatte die Scheibe bei seiner Parade schon aus den Augen verloren. Beide Teams offenbarten gerade im Aufbau weiter Schwächen, so dass flüssige Kombinationen Mangelware blieben.
Clymer, Motzko und Kavanagh saßen auf der Strafbank, als die Hausherren zu Beginn des letzten Drittels die Weichen endgültig auf Sieg stellten. Bei doppelter Überzahl hob Karl Stewart die Scheibe zum 2:0 ins Netz (41.). Nur 19 Sekunden später jubelte der Straubinger Anhang schon wieder. Diesmal stocherte Maloney den Puck über die Linie. Das Panther-Powerplay blieb katastrophal, das der Straubinger effektiv. Trew markierte in der 54. Minute in Überzahl das 4:0, 59 Sekunden vor Ende Stephan Weilhelm sogar das 5:0. Die Ingolstädter Puckjäger hatten sich da schon längst aufgegeben. Zum zweiten Mal in Folge blieb der ERC damit ohne Tor.
Von Stefan KönigKommentare
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