ERC Ingolstadt  - Grizzlys Wolfsburg, Eishockey, DEL, Deutsche Eishockey Liga, Spieltag 12, 13.10.2017
Oliver Strisch
Da sage noch einer, der Freitag, der 13., sei ein Unglückstag. Zehn Auswärtsspiele hatten die Wolfsburger zuletzt in der Saturn-Arena in Serie gewonnen und damit einen ligaweiten Bestwert aufgestellt. Dank der Treffer von Greg Mauldin und Doppeltorschütze Brandon Buck fand dieser Lauf nun jedoch ein Ende – wie auch zwei weitere Serien. Nach acht Niederlagen in Folge gegen die Grizzlys verließen die Panther nämlich erstmals wieder das Eis als Sieger. Zudem blieb die Mannschaft von Trainer Pavel Gross zum ersten Mal seit sieben Spielen wieder komplett ohne Punkte.
 
Mit dem torreichsten Auftaktdrittel der Saison erwischten die Ingolstädter, die erneut ohne Brett Olson (Unterkörperverletzung) auskommen mussten, dafür aber wieder auf Petr Taticek zählen konnten, einen perfekten Auftakt. Nach dem Null-Punkte-Wochenende zuletzt gegen die Adler Mannheim (1:3) und Kölner Haie (1:6) schienen sich die Panther etwas vorgenommen zu haben und drängten die Gäste von Beginn an in deren Drittel.
 
Die Folge: Bereits nach vier Minuten durften die ERC-Fans unter den 3285 Zuschauern in der Saturn-Arena zum ersten Mal jubeln. Außenstürmer Mauldin (4.) reagierte nach einem Abpraller vor dem Tor am schnellsten und schloss mit der Rückhand zum 1:0 ab, nachdem Verteidiger Fabio Wagner die Scheibe von der Blauen Linie aufs Tor gebracht hatte. Auch beim zweiten Treffer waren die Gastgeber gedankenschneller. Nach einem etwas glücklichen Scheibengewinn in der neutralen Zone schalteten Laurin Braun und Buck am schnellsten. Der „Panther des Monats September“ legte bei der folgenden 2:1-Situation überlegt quer auf Buck, der per Direktabnahme auf 2:0 erhöhte. Den Grizzlys war die Doppelbelastung – am Mittwoch hatten die Niedersachsen durch ein 2:3 beim EC Salzburg in der Champions Hockey League (CHL) den Achtelfinaleinzug verpasst – und die Personalsorgen mit insgesamt sechs verletzten Spielern anzumerken. Eine der wenigen Möglichkeiten der Gäste hatte es aber in sich, als Stephen Dixon (17.) den Puck an die Latte hämmerte.
 
Fotostrecke: ERC - Wolfsburg

 
Statt 2:1 hieß es kurz darauf jedoch 3:0 – dank einer ganz starken Einzelaktion von Buck (18.). Der Mittelstürmer zog mit Tempo vor das Tor, legte sich im letzten Moment die Scheibe auf die Rückhand und traf am verdutzten Wolfsburger Torhüter Jerry Kuhn vorbei in den Winkel.
 
So furios der erste Abschnitt verlief, so sehr verflachte die Partie nach Wiederbeginn. Der ERC machte nicht mehr als nötig, offenbarte aber wie schon zuletzt Probleme mit einem Mann mehr auf dem Eis. In den beiden Überzahlmöglichkeiten lief die Scheibe zwar durchaus ordentlich, richtig zwingend wurden die Ingolstädter gegen die viertbeste Unterzahlmannschaft der Liga jedoch nicht. Auf der Gegenseite konnten sich die Panther einmal mehr auf ihre stabile Defensive verlassen. Wolfsburg versuchte es in der Endphase des zweiten Drittels zwar immer öfter, dank einer geschlossenen Abwehrleistung und eines aufmerksamen Timo Pielmeier im Tor blieb es aber beim komfortablen Vorsprung.
 
Im Schlussabschnitt bot sich ein ähnliches Bild. Die Gäste rannten immer wieder an – einzig es war vergeblich. Die beste Möglichkeit zumindest auf den ersten Treffer vergab Brent Aubing (42.), als er nach einem Fehler von Verteidiger Patrick McNeill in Unterzahl abschloss, Pielmeier mit der Stockhand aber zur Stelle war. Um 21.42 Uhr war es dann tatsächlich passiert: Der erste Heimsieg gegen Wolfsburg seit dem 16. Dezember 2011 war perfekt – und Pielmeier durfte sich zum dritten Mal (!) in dieser Saison über einen Shut-out freuen. An diesem Sonntag (16.30 Uhr, ISS-Dome) dürfte der 28-Jährige damit erneut zwischen den Pfosten stehen, wenn die Panther bei der Düsseldorfer EG um fünf ehemalige Ingolstädter gastieren.
 
ERC Ingolstadt: Pielmeier – Wagner, Friesen; Kohl, McNeill; Pelech, Sullivan; Schopper – Mauldin, Olver, Laliberte; Collins, Buck, Braun; Greilinger, Taticek, Elsner; Swinnen, Mouillierat, Berglund.
Grizzlys Wolfsburg: Kuhn – Likens, Wurm; Bina, Krupp; Riefers, Dehner – Fauser, Haskins, Furchner; Aubin, Dixon, Weiß; Höhenleitner, Kreps, Foucault; Mulock, Proft, Karachun.
Tore: 1:0 Mauldin (4.), 2:0 Buck (8.), 3:0 Buck (18.).
Strafminuten: Ingolstadt 0 / Wolfsburg 8.
Schiedsrichter: Bauer, Kopitz.
Zuschauer: 3285.
 

Stimmen zum Spiel

Tommy Samuelsson, Trainer ERC
Das war eine gute Antwort auf die letzte Partie, vor allem in unserer Defensivleistung. Wir haben einen sehr guten Start gehabt. Das erste Drittel war sehr effektiv. Trotzdem war ich nicht 100% zufrieden mit unserem Stellungsspiel im eigenen Drittel. Das haben wir zum zweiten Drittel korrigiert. Im letzten Drittel hatten wir wieder eine sehr gute Defensivleistung. Die drei Tore aus dem ersten Drittel machten den Unterschied.

Pavel Gross, Trainer Wolfsburg
Ich gratuliere den Ingolstädter Trainern zu einem absolut verdienten Sieg und zu einem sehr einfachen Sieg.