ERC Ingolstadt - Straubing Tigers, Eishockey, DEL, Deutsche Eishockey Liga, Spieltag 1, 08.09.2017
Hängende Köpfe bei den Spielern des ERC Ingolstadt nach der 2:4-Pleite zum Saisonauftakt gegen Straubing. Matt Pelech (Nr. 23) kann es nicht fassen, dass seine Mannschaft eine 2:0-Führung noch aus der Hand gegeben hat.
Oliver Strisch
Offene Fragen gab es vor Freitagabend viele: Wer hütet zum Auftakt das Ingolstädter Tor? Wie heiß sind die Panther-Fans auf den Saisonstart? Und können die runderneuerten Panther die beiden schwachen vergangenen Spielzeiten vergessen machen? Zumindest die ersten beiden Fragen wurden schon vor Spielbeginn geklärt: Zwischen den Pfosten hatte Trainer Tommy Samuelsson Timo Pielmeier den Vorzug vor Jochen Reimer gegeben – und die 4214 Anhänger, davon rund 500 aus Straubing, erzeugten in der gut gefüllten Saturn-Arena eine prickelnde Eishockey-Atmosphäre.

Eine seriöse Antwort auf die letzte Frage dürfte hingegen aktuell noch niemand parat haben. Nach den ersten Erkenntnissen aus der Auftaktpartie lässt sich immerhin sagen: In der Form vom Freitag wird den Panthern das keinesfalls gelingen. Nach einem starken ersten Drittel und einer 2:0-Führung ließ sich der ERC durch das erste Gegentor völlig aus dem Konzept bringen und verlor gegen biedere Straubinger am Ende verdient mit 2:4. In den ersten fünf Minuten hatten die Panther den Gästen in der neutralen Zone zu viel Platz gelassen, doch die konnten daraus kein Kapital schlagen.
 
ERC Ingolstadt - Straubing Tigers, Eishockey, DEL, Deutsche Eishockey Liga, Spieltag 1, 08.09.2017
Da war die Welt noch in Ordnung: Thomas Greilinger (Mitte) brachte die Panther mit 1:0 in Führung.
Oliver Strisch
Dafür nutzte der ERC den ersten Fehler der Tigers eiskalt aus: Thomas Greilinger fing an der eigenen Blauen Linie einen Pass ab, startete allein einen Gegenstoß und feuerte die Scheibe aus zentraler Position an Sebastian Vogl im Straubinger Tor vorbei ins Netz (5.). Es war der 251. DEL-Treffer des Routiniers, der in seine zehnte Spielzeit im Ingolstädter Trikot geht.

Die nun klar überlegenen Panther blieben dran: Brandon Buck traf nur den Innenpfosten (7.), Taticek erwischte den Puck nach Kombination mit Greilinger kurz vor der Linie nicht richtig (9.). In Überzahl schlugen die Gastgeber dann jedoch ein zweites Mal zu: Patrick McNeill schlenzte die Scheibe über die Schulter Vogls ins Tor (10.). In diesem Takt ging es weiter: Kapitän John Laliberte nach Zuspiel von Darin Olver (16.) und Greg Mauldin nach einer Einzelleistung (18.) verpassten den dritten Treffer nur knapp, der Reihe um Brett Olson wollte trotz minutenlanger Belagerung des Straubinger Tores ebenfalls nichts Zählbares gelingen (24).
Fotostrecke: ERC - Straubing Tigers 2:4

Für die Niederbayern traf im ersten Drittel einzig Verteidiger Sam Klassen den Pfosten (13.) - doch nach 25 Minuten lag die Scheibe plötzlich hinter Pielmeier im Tor. Mike Hedden hatte einen Fernschuss Austin Madaiskys erfolgreich zum 2:1 abgefälscht. Vom Ingolstädter Dauerdruck war plötzlich nichts mehr zu sehen, den nun auch körperlich präsenteren Tigers verlieh der Anschlusstreffer merklich Auftrieb. Hedden hätte nach einem Puckverlust Dustin Friesens beinahe das 2:2 erzielt, doch Pielmeier war wie schon kurz zuvor gegen Mike Connolly auf dem Posten (29.).

Was sich mit zunehmender Spielzeit angedeutet hatte, wurde nach 46 Minuten Wirklichkeit: Straubing erzielte nach demselben Muster – einen durch Hedden abgelenkten Schlagschuss – den 2:2-Ausgleich. Von den Panthern war offensiv nun gar nichts mehr zu sehen – und dann patzten sie auch noch hinten: McNeills katastrophalen Aussetzer nutzte Levko Koper im Nachsetzen zum 3:2 (52.). Als der ERC den Ausgleich erzwingen wollte, setzte Stefan Loibl nach Fehler von Sean Sullivans den 2:4-Schlusspunkt ins leere Tor (59.).

Am Sonntag wird die Aufgabe noch einmal deutlich schwerer: In der Olympia-Eishalle treten die Panther um 14 Uhr beim Deutschen Meister EHC München an.
 
Ingolstadt: Pielmeier – Wagner, Friesen; McNeill, Kohl; Sullivan, Pelech; Schopper – Collins, Olson, Braun; Berglund, Buck, Mauldin; Laliberte, Olver, Mouillierat; Elsner, Taticek, Greilinger.
Straubing: Vogl – Bettauer, Yeo; Madaisky, Klassen; Edwards, Dotzler; Jobke – Williams, MacKinnon, Connolly; Röthke, Loibl, Schönberger; Mitchell, Brandl, Hedden; Oblinger, Zalewski, Koper.
Schiedsrichter: Kopitz/Schütz. - Tore: 1:0 Greilinger (5.), 2:0 McNeill (10.), 2:1 Hedden (25.), 2:2 Hedden (46.), 2:3 Koper (52.), 2:4 Loibl (59.). - Strafminuten: 8/14. - Zuschauer: 4214.
 

Stimmen zum Spiel

 
Bill Stewart, Trainer Straubing
Im ersten Drittel stand es außer Frage, dass Ingolstadt die bessere Mannschaft war. Sie haben mit viel Intensität und Emotion gespielt und haben 2:0 geführt. Das Gute war, dass wir zwar ein paar Fehler gemacht haben, aber nicht in Panik geraten sind. Im zweiten Drittel hatten wir gutes Penaltykilling - das hat uns das Momentum gebracht. Im dritten Drittel haben wir das Spiel dann gedreht. Der Momentumwechsel war wirklich der Schlüssel in diesem Spiel.
 
Tommy Samuelsson, Trainer ERC
Das erste Drittel war von uns sehr gut. Wir haben unser Spiel gespielt und uns viele Chancen erarbeitet bis zur 2:0-Führung. Das ging ein wenig zu leicht, das war dann in den Köpfen drin. Leider hat uns das Powerplay im zweiten Drittel den Sieg gekostet. Da haben wir im zweiten Drittel das Tempo und den Druck auf den Gegner nicht genutzt. Wir hatten Problem im Aufbau. In diesem Zeitraum ist das Spiel gekippt. Da haben wir dann die Mann-Mann-Duelle verloren. Was im letzten Drittel passiert ist, sollte nicht passieren. Man sollte keine drei Gegentore zu Hause kassieren. Aber wir konnten das heute nicht korrigieren.
 

ERC in Kürze

  • Talkrunde: ERC-Sportdirektor Larry Mitchell ist an diesem Samstag zu einer Talkrunde in der Neuen Welt in Ingolstadt zu Gast. Ab 19 Uhr beantwortet der 50-Jährige Fragen von Stadionsprecher Hannes Langer und natürlich der Panther-Fans.
  • Meisterzeremonie: Im zweiten Saisonspiel tritt der ERC am Sonntag beim EHC München (14 Uhr) an – zuvor lässt sich der amtierende Meister feiern: EHC-Kapitän Michael Wolf zieht das Meisterbanner für den Titelgewinn im Frühjahr unter die Decke der Olympia-Eishalle.