"Die Mannschaft hat einen Weckruf benötigt"
Ingolstadt (DK) Am Tag nach dem 0:5-Debakel von Straubing hat der ERC Ingolstadt gestern die Reißleine gezogen und sich von seinem Trainer Bob Manno getrennt. Nach vier Niederlagen in den vergangenen fünf Spielen sehen die Verantwortlichen die direkte Qualifikation für die Play-offs in Gefahr.
Da lag hinter dem Sportdirektor des ERC eine schlaflose Nacht. "Ich habe mir immer wieder Gedanken gemacht. Montagfrüh habe ich dann auf meinen Bauch gehört und mich zu dem Schritt entschlossen", sagte Boni. Nach dem Spiel in Straubing habe der Rauswurf noch nicht festgestanden. "Eigentlich hätte ich 20 Spieler entlassen müssen", ärgerte sich der Sportdirektor auch gestern noch über die indiskutable Mannschaftsleistung. Das Gespräch am gestrigen Nachmittag sei in einem sehr positiven Rahmen abgelaufen. "Bob hat meine Situation verstanden und die Entscheidung akzeptiert", berichtet Boni. Dabei waren schon früh Zweifel an den Künsten von Manno aufgekommen. Seine Trainingslehre galt als nicht zeitgemäß und seine Arbeitsauffassung taugte nicht zum Musterprofi. Videoanalysen waren ein lästiges Übel, freiwilliges Training nach schwachen Aufritten stärkten seine Autorität ebenfalls nicht.
Dabei bekam Manno von Boni fast jeden Wunsch erfüllt. Als der Trainer in der Vorbereitung mit Pierre Hedin und Mike Card nicht zufrieden war, schickte der Verein das Duo wieder fort. Dafür wollte Manno unbedingt Angel Nikolov als Ersatz haben, über diese "Wertschätzung" durfte sich der Tscheche meistens auf der Tribüne freuen. Nach 16 Gegentoren in den beiden Heimspielen gegen Wolfsburg und Köln hätte Manno Ende November am liebsten auch einen neuen Torhüter zwischen die Pfosten gestellt, doch dieses Spiel spielte Boni nicht mehr mit.
Das Handeln von Manno wurde zunehmend kritisch beäugt, auch weil das Spiel des ERC immer leichter auszumachen war. Da half ihm letztlich auch die mit Thomas Greilinger, Bob Wren und Rick Girard lange Zeit wohl beste Reihe der Liga nicht. Denn als die Topformation schwächelte fiel Manno außer einer Umstellung wenig ein. Der Italo-Kanadier selbst zeigte sich am Abend von seiner Beurlaubung wenig überrascht. "Nach dem Straubing-Spiel musste ich damit rechnen." Trotzdem will der Ex-Coach in den nächsten Wochen noch in Ingolstadt bleiben.
Sein ehemaliger Vorgesetzter blickt derweil schon wieder in die Zukunft. "Bis vor drei Spielen haben wir eine super Saison gespielt, jetzt liegt ein Schatten darauf. Mit Greg Thomson wollen wir wieder in die Erfolgspur finden", sagte Boni. Ein Comeback auf der Trainerbank schloss er aus. "Ich werde mich nicht in die Arbeit des Trainers einmischen. Das hätte ich auch nie gewollt", erklärte er. Auch bei den Trainingseinheiten wolle er sich zurückhalten. "Wenn Greg meinen Rat benötigt, werde ich ihm zur Seite stehe. Aber die Arbeit mit der Mannschaft liegt ab sofort in seiner Verantwortung", macht Boni klar.
Und da wartet schon am Freitag ein dicker Brocken auf Thomson. Denn im Heimspiel gegen die Kölner Haie muss der ERC auf seine vier Nationalspieler verzichten. Jakub Ficenec, Michael Bakos, Thomas Greilinger und Dimitri Pätzold weilen dann schon bei der deutschen Auswahl in Sachen Olympiavorbereitung. Von Stefan König
Kommentare
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Der kommt aber schlecht weg,
der gute Manno!
Komisch: man war soooo befreundet, der Sportdirektor und er: man kannte sich seit Jahren und hat sich gegenseitig mit Lobhudeleien anfangs überhäuft.
Tja, kaum ist der Erfolg weg. Die Trainingsmehtoden waren veraltet; die Auffassung hat nicht gestimmt, auch sonst......
Manno sollte sich bei Klinso Rat holen: der kann auch ein Lied davon singen!
Komisch: man war soooo befreundet, der Sportdirektor und er: man kannte sich seit Jahren und hat sich gegenseitig mit Lobhudeleien anfangs überhäuft.
Tja, kaum ist der Erfolg weg. Die Trainingsmehtoden waren veraltet; die Auffassung hat nicht gestimmt, auch sonst......
Manno sollte sich bei Klinso Rat holen: der kann auch ein Lied davon singen!
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