ERC Ingolstadt vs Eisbaeren Berlin, Eishockey, DEL, Deutsche Eishockey Liga, Spieltag 41, 12.01.2018
Laurin Braun (Nr. 91, ERC Ingolstadt) und Louis-Marc Aubry (Nr. 41, Eisbären Berlin)
Johannes Traub
Ingolstadt
Der ERC ist die Mannschaft der Stunde in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL): Durch den Kantersieg gegen den Rekordmeister haben die Panther in den vergangenen acht Partien stets gepunktet und sind wieder in Schlagdistanz zu Tabellenrang sechs, der zur direkten Viertelfinal-Teilnahme berechtigt. Zudem feierte der lange verletzte Joachim Ramoser sein ersehntes Debüt im ERC-Trikot.
 
Die Panther begannen so, wie sie beim 5:4 nach Verlängerung gegen München aufgehört hatten: mit einem Treffer. Greg Mauldin hatte Darin Olver in den Gegenstoß geschickt, und dessen Querpass knallte der von seiner Oberkörperverletzung genesene Kael Mouillierat per Direktabnahme zum 1:0 ins Netz (5.). Bemerkenswert: Für Olver war es der achte Punkt aus den vergangenen fünf Spielen.
Fotostrecke: ERC - Eisbären Berlin 5:0
 
Doch auch die Eisbären hätten gut und gerne das erste Tor erzielen können: Nur Sekunden vor dem Führungstreffer hatte auf der Gegenseite ERC-Torwart Timo Pielmeier in höchster Not gegen Daniel Fischbuch pariert. Mit ihrem konsequenten Forechecking bereiteten die Gäste den Panthern Probleme, und mit ungenauen Zuspielen machten die sich das Leben zunehmend selber schwer: Nach einem Fehlpass Benedikt Schoppers – nicht seinem einzigen an diesem Abend – scheiterte Blake Parlett am aufmerksamen Pielmeier (6.), Marcel Noebels versuchte es per Bauerntrick (12.).
 

 
Vom Druck der Berliner konnten sich die Ingolstädter im zweiten Durchgang – begünstigt durch zwei Powerplays, einen deutlich verbesserten Forecheck und mehr gewonnene Zweikämpfe – schnell lösen. Im zweiten Überzahlspiel war dann wieder Olver zur Stelle: Über David Elsner und Ville Koistinen gelangte die Scheibe zum Ex-Berliner, dessen Schlenzer von Kai Wissmann abgefälscht zum 2:0 im Netz landete (29.).
Die 4023 begeisterten Fans in der Saturn-Arena tanzten Walzer, und das animierte die Akteure auf dem Eis offenbar ebenfalls zu einem Tänzchen: Die Auseinandersetzung zwischen Danny Richmond und Matt Pelech ging wie das gesamte Drittel klar an den Ingolstädter – auch wenn er sich Pelech eine blutende Wunde an der Hand zuzog.
 
Nur 18 Sekunden nach Wiederbeginn stand es dann 3:0: Kapitän John Laliberte hatte nach Pass von Koistinen vom rechten Bullypunkt abgezogen (34.). Weil Mouillierat den Puck danach gleich zweimal völlig alleinstehend nicht im Tor unterbrachte (35./37.), gingen die Berliner, für die einzig Jonas Müller die Latte traf, nur mit einem Drei-Tore-Rückstand in die zweite Pause. Das allerdings mit einem Mann weniger, denn jener Müller hatte drei Minuten vor der Sirene Mouillierat mit einem Check gegen den Kopf niedergestreckt und musste vorzeitig zum Duschen. Olver setzte beherzt nach, stellte den Nationalverteidiger handfest zur Rede und musste dafür vier Minuten auf die Strafbank. Damit verpasste er seinen Gordie-Howe-Hattrick nur knapp: Tor, Vorlage und Faustkampf, der mit mindestens fünf Strafminuten sanktioniert wird.
 
Selbst als die Eisbären in Überzahl randurften, verbuchte der ERC die beste Torchance: Nach einem Konter traf Olson nur den Pfosten (47.). Berlins Widerstand war gebrochen, und schon vor Thomas Greilingers 4:0 (55.) und Olsons 5:0 (58.) war die Partie endgültig entschieden. Pielmeier machte vier Tage vor der Nominierung des deutschen Olympia-Kaders mit seinem sechsten Shut-out der Saison nachdrücklich auf sich aufmerksam.
 
Am Sonntag können die Panther dann erstmals seit dem 29. Oktober wieder zu den besten sechs Teams gehören – einen Sieg gegen die Düsseldorfer EG (14 Uhr, ISS-Dome), den derzeitigen Tabellensechsten, vorausgesetzt.
 
ERC Ingolstadt: Pielmeier – Schopper, Koistinen; Pelech, Sullivan; Friesen, Wagner – Mauldin, D. Olver, Mouillierat; Collins, Olson, Laliberte; Greilinger, Taticek, Elsner; L. Braun, Berglund, Swinnen; Ramoser.
Eisbären Berlin: Vehanen – Parlett, Baxmann; Wissmann, Hördler; Dupont, Müller – Fischbuch, Aubry, Noebels; Oppenheimer, Rankel, MacQueen; Petersen, Sheppard, Backman; C. Braun, Buchwieser, Richmond. Schiedsrichter: Bauer/Hoppe
Tore: 1:0 Mouillierat (5.), 2:0 Olver (29.), 3:0 Laliberte (34.), 4:0 Greilinger (55), 5:0 Olson (58.).
Strafminuten: 14 + 10 Pelech/19 + 10 Richmond + Spieldauer Müller.
Zuschauer: 4023
 

Stimmen zum Spiel

 
Doug Shedden, Trainer ERC
Mir hat das Spiel im ersten Drittel nicht gefallen. Unser Torhüter war wirklich gut. Das 1:0 war glücklich. Mit der Zeit wurden wir besser und haben weitere Tore geschossen. Das war positiv. Wir schauen bei jedem Spiel auf die Tabelle. Es war ein wichtiger Sieg für uns. Pielmeier macht den Unterschied in diesem Spiel.
 
Uwe Krupp, Trainer Berlin
Das war ein Spiel, bei dem Ingolstadt in den letzten 40 Minuten gezeigt hat, was es für eine Mannschaft ist. Sie haben die Tore geschossen und waren mit Pielmeier gut aufgestellt. Die Chancen, die wir hatten, hat er zunichte gemacht. Wenn man keine Tore schießt, läuft das Spiel früher oder später in eine gewisse Richtung. Heute ist es eben für Ingolstadt gelaufen.

Bilder folgen.