Profitierte von der starken Vorarbeit von Laurin Braun und Brett Olson: Thomas Greilinger (links) traf im zweiten Saisonspiel schon zum zweiten Mal. Sein Lupfer aus kürzester Distanz leitete den Ingolstädter Erfolg in München ein.
Profitierte von der starken Vorarbeit von Laurin Braun und Brett Olson: Thomas Greilinger (links) traf im zweiten Saisonspiel schon zum zweiten Mal. Sein Lupfer aus kürzester Distanz leitete den Ingolstädter Erfolg in München ein.
Traub
München
Mike Collins traf doppelt, Jochen Reimer blieb bei seinem Debüt im Panther-Tor ohne Gegentreffer.

Vor dem ersten Bully feierten die Münchner noch einmal den Titelgewinn vom Frühjahr, indem sie unter großem Jubel ihr Meisterbanner unter die Decke der Olympia-Eishalle zogen. 60 temporeiche Minuten später stieg die Party allerdings im Fanblock des ERC: „Ohne Panther fahren wir nicht heim“, riefen die paar Hundert begeisterten Ingolstädter Fans so lange, bis sich die Profis ihrem Anhang noch einmal auf dem Eis präsentierten.

Zwei Tage nach dem enttäuschenden 2:4-Heimauftakt gegen die Straubing Tigers sicherten sich die Ingolstädter gestern Nachmittag vor 5410 Zuschauern die ersten drei Punkte der neuen Spielzeit – mit konzentriertem Defensivverhalten, einer starken Zweikampfquote, fehlerlosem Unterzahlspiel und Effektivität im Angriff. „Wir hatten mehr Geschlossenheit in der Mannschaft. Und wir wussten, dass wir eine gute Abwehrleistung brauchen. Das ganze Team hat sehr diszipliniert gespielt“, lobte Trainer Tommy Samuelsson. „Wir sind defensiv viel besser gestanden. Aber das haben wir letztes Jahr gegen die guten Teams auch oft geschafft. Wir müssen unbedingt gegen alle Mannschaften so spielen, dann schaut’s gut aus“, meinte Torjäger Thomas Greilinger.

Von Beginn an war der ERC bemüht, in der neutralen Zone kompakt und wenn möglich sogar in Überzahl aufzutreten – genau dort hatten die Panther den Straubingern zu viel Platz gelassen. Der Fokus auf eine kontrollierte Rückwärtsbewegung ging zunächst zulasten der Offensive, wobei auch die leicht überlegenen Münchner dem Tor von Jochen Reimer nur bei zwei Überzahlsituationen wirklich nahe kamen. Kurz vor der ersten Sirene prüfte Daryl Boyle den ERC-Goalie mit einem Fernschuss (20.), auf der Gegenseite scheiterte Brett Olson nach Ablage Laurin Brauns an Danny aus den Birken (20.).

Auch nach der ersten Pause hatten die Gastgeber, die alle Vorbereitungsspiele und auch den Auftakt gegen Krefeld gewonnen hatten, etwas mehr vom Spiel – die enorm zweikampfstarken Panther verzeichneten jedoch die besseren Torchancen. Und sie gingen nach knapp der Hälfte der Partie nicht unverdient in Führung: Nach Vorarbeit von Olson und Braun lupfte Greilinger den Puck aus kürzester Distanz ins Netz (27.). Kurios: Eigentlich hätte in dieser Situation Collins anstatt Greilinger auf dem Eis stehen sollen, doch der musste zuvor für Jacob Berglund einspringen, der seinen Helm verloren hatte. „Das war verrückt, aber es hat funktioniert“, sagte der Torschütze. „,Greile’ kann in allen Linien spielen“, erklärte Samuelsson, warum er den Deggendorfer an Collins’ Stelle aufs Eis geschickt hatte.

Die Münchner hätten sich über zwei weitere Gegentreffer im Mitteldrittel nicht beschweren dürfen: Zunächst brachte Greg Mauldin die Scheibe nicht am fast schon geschlagenen aus den Birken vorbei, nachdem Brandon Buck EHC-Kapitän Michael Wolf das Spielgerät abgeluchst hatte (33.). Wenig später konnte Kael Mouillierat einen Alleingang nicht nutzen – aus den Birken packte zu (37.).

Im Schlussabschnitt schaukelten die Panther vor den Augen von Ex-ERC-Boss Leopold Stiefel und dem Beiratsvorsitzenden Jürgen Arnold den Sieg im Stile einer Spitzenmannschaft nach Hause. Vorne erhöhte Collins aus dem Gewühl heraus auf 2:0 (48.), hinten stoppte Reimer den allein durchgebrochenen Jon Matsumoto (57.). Als Münchens Coach Don Jackson aus den Birken für einen zusätzlichen Feldspieler herausnahm, gelangen Collins (60.) und Olson noch zwei Treffer ins leere Tor. „Das Freitagsspiel hat einen bitteren Beigeschmack bei uns hinterlassen. Wir wollten unbedingt zeigen, dass wir besser sind“, sagte Doppeltorschütze Collins. „Es war ein guter Start für mich“, freute sich Reimer, der bilanzierte: „Wir haben das perfekte Auswärtsspiel gezeigt.“

München: aus den Birken – Button, Joslin; Boyle, Lauridsen; Kettemer, Seidenberg – Wolf, Hager, Jaffray; Macek, Aucoin, Pinizzotto; Christensen, Kahun, Mauer; Kastner, Matsumoto, Mayenschein; Eder.

Ingolstadt: Reimer – Wagner, Friesen; McNeill, Kohl; Sullivan, Pelech; Schopper – Collins, Olson, Braun; Laliberte, Olver, Mouillierat; Elsner, Taticek, Greilinger; Berglund, Buck, Mauldin. - Schiedsrichter: Bauer/Rohatsch. - Tore: 0:1 Greilinger (27.), 0:2 Collins (48.), 0:3 Collins (60.), 0:4 Olson (60.). - Strafminuten: 2/6. - Zuschauer: 5410.