Pieter Haas
Kann sich freuen: Ab 1. Januar 2016 ist Pieter Haas Vorsitzender der Geschäftsführung von Media-Saturn. Ganz und gar nicht gefallen dürfte das Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals, der Haas per Gerichtsentscheid loswerden möchte. Foto: Oppenheimer
Oppenheimer, Sebastian, Neuburg
Bei der Media-Saturn-Weihnachtsfeier am Samstag im Ingolstädter Stadttheater ging es heiß her: Alpen-Rocker Andreas Gabalier sang, Masken-Mann Cro rappte und Hip-Hop-Pionier Grandmaster Flash mimte den DJ. Durch den Abend führten Moderatorin Barbara Schöneberger und Pieter Haas. Letzterer, so munkelt man, war bis in die frühen Morgenstunden auf der Party. Womöglich, weil er einen Extragrund zum Feiern hatte: Ab 1. Januar ist er Chef von Media-Saturn.

Wer sich nun fragt: „Wieso? Das ist er doch schon?“, hat recht. Allerdings leitet er den Elektronikriesen bislang als stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung. Der Grund: Als Horst Norberg Mitte 2014 als Chef zurücktrat, konnten sich die Gesellschafter Metro und Erich Kellerhals nicht auf einen Nachfolger einigen. Also machte die Metro von ihrem Recht Gebrauch, einen Stellvertreter nach Ingolstadt zu entsenden – in Person von Pieter Haas.

Mittlerweile sind nun fast eineinhalb Jahre vergangen – ein offizieller Nachfolger für Norberg wurde in dieser Zeit nicht gefunden. Aufgrund des Gesellschafterstreits wurde die Suche eingestellt. Nun hat die Media-Saturn-Geschäftsführung die Sache selbst in die Hand genommen und Haas zum Vorsitzenden gewählt. Die Satzung enthält nach unseren Informationen eine Klausel, die diese Option bei Uneinigkeit der Gesellschafter ermöglicht. Ab 1. Januar ist der 52-Jährige offiziell Vorsitzender der Geschäftsführung – das bestätigte gestern eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Die Ingolstädter Mitarbeiter wurden bereits über die Personalie informiert.

Gar nicht schmecken dürfte das Media-Saturn-Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals, der Haas nach dessen Wechsel zur Metro in Düsseldorf zu seinem Erzfeind erklärt hatte. Mit dem Media-Saturn-Mehrheitseigner ringt er seit Jahren um die Macht. Seit längerer Zeit versucht Kellerhals bereits den gebürtigen Niederländer per Gerichtsentscheid von seinem Posten zu entfernen – bislang ohne Erfolg. Zu der neuen Geschäftsführerposition von Haas wollte die Convergenta – die Firma, über die Kellerhals seine Media-Saturn-Anteile hält – auf Anfrage unserer Zeitung keine Stellungnahme abgeben.

Besonders spannend ist nun die Frage nach dem neuen stellvertretenden Vorsitzenden. Nach unseren Informationen hat die Metro das Recht einen Stellvertreter zu benennen. Wer das sein wird ist allerdings bislang noch offen.

Nach Informationen unserer Zeitung ist auch die drohende Gefahr einer Führungskrise bei Media-Saturn beseitigt. Kellerhals hatte die Verlängerung der Verträge von Oliver Seidl (Finanzchef), Ralph Spangenberg (Personalchef) und Sergio Klaus-Peter Voigt (Einkaufschef) abgelehnt. Wie bereits berichtet, sollen Voigt und Spangen unterhalb der Geschäftsführung in einer Art erweiterten Geschäftsführung weiterbeschäftigt werden. Seidl bleibt offenbar auf seinem Posten – er ist in seiner Funktion als Geschäftsführer-Organ unbefristet beschäftigt.