Zuvor hatte Ikea Deutschland ein Wachstum von sieben Prozent geschafft.

Zu den leicht gestiegenen Erlösen trugen auch drei neue Filialen in Wuppertal, Wetzlar und Magdeburg bei, wie das Unternehmen gestern in Hofheim bei Wiesbaden berichtete. Im laufenden Geschäftsjahr kommt nur die Erweiterung der Filiale in Kaarst bei Düsseldorf hinzu. Als neue Standorte in den kommenden Jahren sind Memmingen, Nürnberg und Karlsruhe geplant. Gespräche über eine Ansiedlung im Raum Ingolstadt liegen derzeit auf Eis. Grundsätzlich hält Ikea aber rund 70 Märkte in Deutschland für realistisch.

Schneller als der stationäre Möbelhandel wuchs das Onlinegeschäft - um 30,7 Prozent auf 304 Millionen Euro. Das waren aber erst 6,3 Prozent des Umsatzes. Ikea will die verschiedenen Einkaufskanäle künftig besser vernetzen. Auch das Geschäft in den Restaurants entwickelte sich in Deutschland mit 4,1 Prozent Plus auf 230,5 Millionen Euro überdurchschnittlich. Es war darüber spekuliert worden, dass Ikea auch außerhalb seiner Märkte gastronomische Betriebe eröffnen könnte. Das Unternehmen bestätigte entsprechende Überlegungen, betonte aber gleichzeitig, dass es noch keine konkreten Pläne gebe. Weltweit hat der Konzern trotz weiter gestiegener Umsätze weniger Gewinn gemacht. Das Unternehmen bezifferte seinen weltweiten Überschuss auf 2,5 Milliarden Euro, nach 4,2 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Die Zahlen seien wegen einer umfassenden Umstrukturierung nicht unmittelbar vergleichbar, sagte eine Sprecherin der deutschen Ikea-Gesellschaft. So sei das früher berücksichtigte Großhandelsgeschäft auf eine andere Gesellschaft innerhalb der Gruppe verlagert worden. Der weltweite Einzelhandelsumsatz des Konzerns war im Jahresvergleich auf bereinigter Basis um 3,8 Prozent auf 34,1 Milliarden Euro gewachsen. Das Unternehmen betreibt 355 der weltweit 403 Ikea-Häuser als Franchisenehmer. Dafür zahlt es Lizenzgebühren an die in den Niederlanden beheimatete INGKA Holding, was in der Vergangenheit zu Vorwürfen der Steuerumgehung geführt hatte.

Auf die Erträge habe man effektiv 24,9 Prozent oder rund 800 Millionen Euro Steuern gezahlt, teilte das Unternehmen für 2016/17 mit. Einschließlich anderer Steuern und Abgaben komme man auf eine Gesamtbelastung von 1,3 Milliarden Euro.