Wirtschaftlich steuert der größte Smartphonehersteller der Welt hingegen auf ein Rekordergebnis zu - er rechnet mit einem Gewinn von umgerechnet 10,8 Milliarden Euro im 3. Quartal.

Bei Samsung sei es Zeit für einen Neustart mit einer jüngeren Konzernführung, begründete Kwon in Seoul seine Rücktrittsankündigung. So könne sich der Konzern, der für ein Fünftel der südkoreanischen Wirtschaftsleistung verantwortlich ist, besser für die kommenden Herausforderungen in der "sich schnell wandelnden IT-Branche" wappnen. Schließá †lich gelte es eine "beispiellose Krise" zu meistern. Samsung wird noch immer vom Korruptionsskandal um den Konzernerben Lee Jae Yong erschüttert. Im August war der De-facto-Chef des Konzerns wegen Bestechung, Unterschlagung von Gesellschaftsvermögen und Meineids zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Hintergrund des Verfahrens gegen Lee ist die Korruptionsaffäre um Südkoreas frühere Präsidentin Park Geun Hye. Samsung soll Bestechungsgelder an Parks frühere Vertraute Choi Soon Sil gezahlt haben. Lee wie auch die Staatsanwaltschaft legten Berufung gegen das Urteil ein.

Beobachtern zufolge könnte der Abschied Kwons auf weitere Personaländerungen an der Konzernspitze hindeuten. Dort habe es in den vergangenen Jahren so gut wie keine Veränderungen gegeben, "in der sich schnell wandelnden Technologiebranche ist das wie eine Ewigkeit", so ein Analyst.

Ungeachtet dessen läuft es für Samsung wirtschaftlich durchaus nach Plan. Für das 3. Quartal wird ein Rekordgewinn von 14,5 Billionen Won (10,8 Milliarden Euro) erwartet. Damit würde das Unternehmen den Gewinn im Vorjahreszeitraum von 5,2 Billionen Won nahezu verdreifachen.

Allein für die Halbleitersparte erwartet Kwon rund zehn Billionen Won Profit. Auch die steigenden Verkaufszahlen der Samsung-Smartphones Galaxy S 8 und Galaxy Note 8 dürften Analysten zufolge zu dem Rekordergebnis beitragen.