Ingolstadt: Zwangspause bei Audi
Die Absatzkrise zwingt jetzt auch Audi zum Produktionsstopp. In Neckarsulm, in dem unter anderem der A6 und der A8 produziert werden, sollen in der ersten Oktoberwoche die Bänder stillstehen. - Foto: Audi
Ingolstadt
„Es ist einfach eine vorausschauende Fahrweise“, erklärte eine Sprecherin am Freitag die Situation in Neckarsulm. Zuvor hatte die „Heilbronner Stimme“ berichtet, dass das Unternehmen damit auf die aktuell schwierige Nachfragesituation reagiere. Betroffen ist offenbar die Produktion der Modelle der Reihen A6 und A8. Die Kaufzurückhaltung bei einigen Großkunden, aber auch das zunehmend nachlassende China-Geschäft im Premiumsegment gelten als Gründe für den Stopp.

In Ingolstadt läuft die Produktion an den meisten Bändern wie gewohnt weiter. Nur an der A3-Linie ruht nächste Woche ebenfalls die Arbeit. Das erfuhr unsere Zeitung aus Unternehmenskreisen. Dazu ist offenbar auch Ende Oktober eine Zwangspause geplant. Darüber hinaus werden im Dezember die Bänder früher stehen als ursprünglich geplant. Ab dem 17. Dezember geht ein Großteil der Belegschaft in den Weihnachtsurlaub.

Ein Unternehmenssprecher des Ingolstädter Werks wollte die Informationen am Freitag nicht bestätigen. „Anpassungen in der Fahrweise kann es immer geben, natürlich in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat“, hieß es nur. Die Umstellung auf der Montagelinie für den neuen A3 ist offenbar der Hauptgrund für die Pausen. Von ersten Zeichen einer bevorstehenden Krise wollen die Verantwortlichen indes weder in Neckarsulm noch in Ingolstadt etwas wissen. „Audi fährt auf sicherem Kurs“, sagte Betriebsratssprecher Ralf Mattes unserer Zeitung. Zahlreiche Autobauer leiden derzeit vor allem in Südeuropa unter Absatzproblemen. Dass der Produktionsstopp in Neckarsulm mit entsprechenden Schwierigkeiten zusammenhänge, wollte die Sprecherin jedoch nicht bestätigen. „Wir hatten eine Phase mehrerer Neuanläufe und jetzt ist es eine Rückkehr zur Normalität“, begründete sie. Die Mitarbeiter sollen ihr zufolge so auch prall gefüllte Zeitkonten ausgleichen. Mit Blick auf den Gesamtkonzern betonte sie: „Wir werden dieses Jahr mit 1,4 Millionen verkauften Fahrzeugen ein absolutes Rekordjahr hinlegen“.

Erst im Juli hatte der Autobauer angekündigt, sich am Standort Neckarsulm schrittweise von Hunderten Leiharbeitern zu trennen.