Denn sie liegt deutlich über den 4,5 bis 5 Prozent, die der Vorstand der IG Metall Bayern zuvor für die weiteren Diskussionen festgelegt hatte. "Die Arbeitnehmer von Audi haben ein anstrengendes Jahr hinter sich und müssen entsprechend entlohnt werden", sagte Jörg Schlagbauer, Chef der Vertrauensleute der Gewerkschaft im Unternehmen, gestern unserer Zeitung. Die Forderung sei "der Zeit angemessen", so Schlagbauer. "Ich gehe davon aus, dass die Bilanz von Audi entsprechend ausfallen wird."

Zwei Wochen hatten die rund 1200 Vertrauensleute bei Audi mit der Belegschaft diskutiert. Die daraus resultierende Forderung von 5,5 Prozent sei nur auf zwölf Monate angelegt, betonte Schlagbauer. Die Gewerkschaft verlangt auch eine soziale Komponente, die in den unteren Entgeltgruppen für eine überproportionale Anhebung sorgen soll. Dies sei wichtig, um die Massenkaufkraft zu erhöhen und die Binnennachfrage zu stabilisieren, so die Audi-Vertrauenskörperleitung.

Ausschlaggebend für die relativ hohe Forderung seien "die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die drei Faktoren Produktivität, Inflationsrate und Umverteilung", sagte Schlagbauer zur Begründung.

Im Gegensatz zum VW-Konzern, der über einen Haustarifvertrag verfügt, werden die rund 43 000 Audianer in Ingolstadt nach dem Tarif der bayerischen Metall- und Elektroindustrie bezahlt. Die 5,5 Prozent sind eine Forderung von vielen, die am 23. Februar in den Beschluss der Bezirke münden, über den der IGM-Vorstand am 29. Februar entscheidet. Die Tarifverhandlungen beginnen am 16. März.