In erster Instanz war er gescheitert.

Lliuyas Anwältin Roda Verheyen und die Entwicklungsorganisation Germanwatch erklärten, das Gericht habe "Rechtsgeschichte" geschrieben. "Das Gericht hat anerkannt, dass das deutsche Zivilrecht auch für die Verursacher des Klimawandels gilt", sagte der Vorsitzende von Germanwatch, Klaus Milke.

Lliuya hatte geklagt, weil ein See oberhalb seiner Heimatstadt Huarez in den Anden durch das Schmelzen eines Gletschers überzulaufen droht. Grund sei der Klimawandel, den RWE durch den CO2-Ausstoß seiner Kraftwerke mitverursacht habe. Lliuya fürchtet, dass sein Haus überflutet wird. Bereits in der Vergangenheit habe es durch Erdbeben und Erdrutsche Überschwemmungen gegeben. Der Wasserstand sei nun gefährlich hoch.

Lliuya und seine Anwältin schätzen, dass RWE für 0,47 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Der Landwirt fordert, dass RWE die Kosten für Schutzmaßnahmen tragen müsse - und zwar entsprechend dem Anteil des Unternehmens am weltweiten CO2-Ausstoß. Das seien 17 000 Euro für einen Gemeindeverbund und gut 6400 Euro, die er selbst schon für Schutzmaßnahmen an seinem Haus ausgegeben hat.

Der Kleinbauer sagte vor der Verhandlung: "Was wir fordern, ist kurzfristig mehr Schutz und ein Absenken der Risiken." Langfristig verursache der Klimawandel in seiner Heimat aber ein noch größeres Problem: Wassermangel. "Das ist das Schlimmste."