Mittwoch, 07. Dezember 2016 |

 

01.02.2016 20:00 Uhr | x gelesen
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Maschinenbau mit leichtem Plus


Frankfurt/München (DK) Die deutschen Maschinenbaufirmen haben im Dezember 2015 noch viele große Aufträge erhalten. Auch die bayerischen Betriebe erlebten einen starken Auftragsschub. Der Branchenverband VDMA bleibt aber vorsichtig, ob das auf die laufende Produktion durchschlägt.


Ein kräftiger Bestellschub aus dem Ausland hat dem deutschen Maschinenbau die Bilanz für 2015 gerettet. Unter dem Strich lag der Wert der neuen Order für das Gesamtjahr ein Prozent über dem Wert aus dem Jahr 2014, wie der Branchenverband VDMA gestern in Frankfurt berichtete. Dieser reale Zuwachs stammte sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. "Das ist nicht gerade berauschend, aber es zeigt sehr gut die Seitwärtsbewegung im Maschinenbau", erklärte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Trotz der leicht positiven Orderentwicklung im vergangenen Jahr bleibt der Verband bei seiner vorsichtigen Prognose für die Produktion. Danach werde es im laufenden Jahr erneut eine Stagnation ohne reale Produktionssteigerung geben. Der nominale Produktionswert wird für 2015 unverändert auf 199 Milliarden Euro geschätzt und für dieses Jahr auf 201 Milliarden Euro.

Die stark exportorientierte Branche mit gut einer Million Arbeitsplätzen spürt das verlangsamte Wachstum der chinesischen Wirtschaft ebenso wie die Sanktionen gegen Russland und die Probleme vieler Schwellenländer. Im Gesamtjahr gingen die Aufträge aus den Nicht-Euro-Ländern um drei Prozent zurück. Deutlicher Nachholbedarf bei den Investitionen zeigt sich hingegen in den um 15 Prozent gestiegenen Bestellungen aus dem Euro-Raum. Hier komme man allerdings von einem niedrigen Niveau, hieß es beim VDMA.

Im Monat Dezember hatten aber gerade einige Großaufträge aus dem Nicht-Euro-Raum das Auslandsgeschäft auf ein Plus von 17 Prozent getrieben. Aus dem Inland kamen hingegen 5 Prozent weniger Aufträge. Bei den nur bis einschließlich November vorliegenden Exportzahlen zeigt sich eine deutliche Verschiebung der Absatzmärkte. Das preisbereinigte Exportwachstum von 2,4 Prozent erklärt sich aus gestiegenen Ausfuhren in die USA (plus 12 Prozent) und in die EU (plus 6 Prozent), mit denen das schwächelnde China-Geschäft (minus 6 Prozent) mehr als ausgeglichen werden konnte.

Sehr unterschiedlich entwickelten sich im Schlussquartal 2015 die einzelnen Maschinenbausparten. So konnten die Hersteller von Turbinen, Fahrtreppen und Aufzügen sowie Maschinen für Bergbau und Verfahrenstechnik Zuwächse von mehr als 20 Prozent verzeichnen. Einbußen in der gleichen Dimension mussten hingegen die Hersteller von Maschinen für Holzbearbeitung, Gießereien sowie Hütten- und Walzwerktechnik hinnehmen.

Die bayerischen Maschinen- und Anlagenbauer nahmen im Dezember real 30 Prozent mehr Aufträge in die Bücher als im entsprechenden Monat 2014. Wie der VDMA Bayern gestern in München berichtete, gingen dabei die Inlandsorders um 10 Prozent zurück, während die Auslandsaufträge - insbesondere aus dem Raum der Nicht-Euro-Länder - um 43 Prozent zulegten. Im Schlussquartal 2015 nahmen die Aufträge insgesamt um 14 Prozent zu. Das Gesamtjahr schlossen die Branchenunternehmen im Freistaat mit einem Auftragsplus von real 3 Prozent ab. "In Anbetracht des weltwirtschaftlichen Umfelds" sei dies "ein insgesamt zufriedenstellendes Ergebnis", sagte der Hauptgeschäftsführer des VDMA Bayern, Elgar Straub.




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