So kam die "Augsburger Allianz für Arbeitsplätze" für knapp zwei Stunden zu einem runden Tisch zusammen, um über die Zukunft des Ledvance-Werks und seiner 650 Mitarbeiter zu sprechen. Aus Sicht der Allianz ist eine komplette Schließung des Augsburger Standortes nämlich keineswegs die einzige Alternative. Man rege "eine ernsthafte objektive Prüfung von Fortführungsszenarien" an und appelliere an die Unternehmensleitung, "mögliche Alternativkonzepte zu prüfen und keine Ad-hoc-Maßnahmen zur Umsetzung der angekündigten Standortschließung durchzuführen". Die Allianz hofft, dass die Bereiche Maschinenbau und Logistik in Augsburg erhalten werden können.

Das Unternehmen hatte seine Mitarbeiter dort am Montag in einer 15-minütigen Betriebsversammlung überraschend vor vollendete Tatsachen gestellt: Bis Ende 2018 soll der Standort die Produktion einstellen, bis 2019 auch der Maschinenbau schließen. Die "Augsburger Allianz" setzt sich aus der Stadt, der Arbeitsagentur, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, der IG Metall, der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer zusammen und tagt normalerweise zweimal jährlich. "Sie ist aber auch ein Ad-hoc-Gremium im Notfall", erklärte Eva Weber, die als Augsburger Wirtschaftsreferentin ebenfalls am runden Tisch teilnahm. "Ein Gremium, das bereits in ähnlichen anderen Krisenfällen wie bei Manroland und Weltbild zusammengekommen ist." Oberbürgermeister Kurt Gribl hatte bereits im Vorfeld angekündigt, die Botschaft von Ledvance nicht einfach hinzunehmen.

Auch in Eichstätt formiert sich Widerstand. Von der Ankündigung des Managements, in Eichstätt bis 2021 rund 250 der 455 Stellen zu streichen, will sich die Gewerkschaft keinesfalls beeindrucken lassen. "Wir versuchen, den Personalabbau zu verhindern", betonte Bernhard Stiedl von der IG Metall Ingolstadt. Zunächst sollen im kommenden Jahr 30 Stellen abgebaut werden - durch normale Fluktuation und ohne betriebsbedingte Kündigungen, so der Gewerkschafter.

Stiedl setzt zudem auf neue Produkte - auch jenseits von LED: "Der Lichtmarkt besteht nicht nur aus LED." Es seien nun die Entwickler gefragt. Das Werk in Eichstätt habe schon oft genug seine Innovationskraft bewiesen - und auch seine Konkurrenzfähigkeit, indem hier Lampen kostengünstiger produziert würden als in China. Insofern gebe es einen "Hoffnungsschimmer".

In Augsburg hofft man ebenfalls, dass zumindest ein Teil der Arbeitsplätze erhalten werden kann: Denn bereits seit 2008 habe es unter Beteiligung weiterer Akteure wie der Gewerkschaft, der Hochschule, der Universität und anderer Forschungseinrichtungen zahlreiche Versuche gegeben, Zukunftskonzepte für den früheren Osram-Standort zu entwickeln und umzusetzen. Gescheitert seien diese Versuche aber allesamt an der jeweiligen Geschäftsführung, sagte Weber.