Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden hervor, die unserer Berliner Redaktion vorliegen.

Trotz der Rekordbeschäftigung arbeiten aber immer noch 11,2 Prozent aller Teilzeitkräfte und damit mehr als jeder Zehnte unfreiwillig nicht in Vollzeit. Am höchsten ist der Anteil der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten mit 13,7 Prozent unter den 55- bis 64-Jährigen. Die Zahl der Frauen, die gezwungenermaßen nicht in Vollzeit arbeiten, liegt mit 906 000 fast dreimal so hoch wie die der Männer mit 373 000.

Die Zahl der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten ist seit dem Höhepunkt der Arbeitsmarktkrise Ende der 90er Jahre kontinuierlich gesunken. Sie liegt aber immer noch massiv über der Zahl aus der Zeit zu Beginn der 90er-Jahre. Im Jahr 1991 saßen 283 000 Frauen und Männer auf einer Teilzeitstelle fest und fanden keinen Vollzeitjob. Das waren 5,4 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten. Bei den 55- bis 64-Jährigen stieg die Quote seitdem von 4 auf 13,7 Prozent im Jahr 2016.

Teilzeitbeschäftigung sei in vielen Fällen nicht existenzsichernd und führe in Altersarmut, sagte Sabine Zimmermann, Vize der Linken-Bundestagsfraktion, unserer Berliner Redaktion. Sie forderte: "Eine neue Bundesregierung muss dafür sorgen, dass unfreiwillige Teilzeitbeschäftigung zurückgedrängt wird". Notwendig sei "ein Rückkehrrecht in Vollzeit" sowie die Überführung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Es passe nicht zusammen, "wenn Arbeitgeber über einen vermeintlichen Fachkräftemangel jammern, gleichzeitig aber so viele Beschäftigte in unfreiwillige Teilzeit zwingen", sagte Zimmermann weiter.