Auch der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, Gustav Horn, sprach von einem "sehr modernen" Vorschlag der IG Metall. Er gab aber zu bedenken, dass es "sicherlich einiges kosten wird", diese Idee umzusetzen. Die Erfüllung dieser Forderung werde wohl "Prozentpunkte beim Abschluss" der Tarifverträge kosten.

Die IG Metall strebt in der anstehenden Tarifrunde ein Lohnplus von sechs Prozent für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie an. Zudem will sie durchsetzen, dass die Beschäftigten ihre Arbeitszeit künftig ohne Begründung für maximal zwei Jahre auf bis zu 28 Stunden in der Woche reduzieren können.

Die Arbeitgeber hatten die Forderungen bereits als "tarifpolitische Geisterbahnfahrt" kritisiert. Gestern kritisierte auch der Verband der Familienunternehmer den Vorstoß der Gewerkschaft. Es gebe "kaum eine Branche, die sich so um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit sorgen muss wie die Metallindustrie". Die nicht gearbeiteten Stunden müssten "von anderen ausgeglichen werden", erklärte Verbandspräsident Reinhold von Eben-Worlée zur Idee der 28-Stunden-Woche. Diese verschärfe den Fachkräftemangel.