Mittwoch, 30.05.2012 |

 

02.02.2012 21:24 Uhr | 1181x gelesen
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Die Wulffs und ihr Q 3


Bild: Die Wulffs und ihr Q 3. Berlin (DK Berlin (DK) Fast jeden Tag kommt ein neuer Vorwurf gegen den Bundespräsidenten auf den Markt. Der jüngste: Das Ehepaar Wulff soll im vergangenen Sommer umsonst einen Audi Q 3 genutzt haben. Wulffs Anwalt spricht von „gezielter Falschberichterstattung“. Auch bei Audi selbst winkt man ab.

Berlin (DK) Fast jeden Tag kommt ein neuer Vorwurf gegen den Bundespräsidenten auf den Markt. Der jüngste: Das Ehepaar Wulff soll im vergangenen Sommer umsonst einen Audi Q 3 genutzt haben. Wulffs Anwalt spricht von „gezielter Falschberichterstattung“. Auch bei Audi selbst winkt man ab.


Berlin (DK: Die Wulffs und ihr Q 3
Gefällt offenbar auch Präsidentengattin Bettina Wulff: Der Audi Q 3.
Bettina Wulff hat offenbar einen Audi Q 3 bestellt. Das ist an sich kein Vergehen. Aber schon als bekannt wurde, dass die Präsidentengattin im Dezember 2011 übergangsweise ein Exemplar des kleinen SUV aus Ingolstadt gemietet hatte, gab es Vorwürfe über eine Vorzugsbehandlung. Gestern nun legten die „Berliner Zeitung“ und die „Frankfurter Rundschau“ noch eins drauf: Das Ehepaar Wulff soll danach schon ab Sommer 2011 offenbar kostenlos einen Q 3 gefahren haben – Monate, bevor das Modell zu kaufen war. Die Lieferung sei von der Spitze der Audi AG veranlasst, das Auto dem Ehepaar Wulff als „Vorserienmodell“ zu Promotion-Zwecken zur Verfügung gestellt worden. Sicherheitsbeamte hätten das Fahrzeug im Auftrag des Bundespräsidialamtes auf dem Gelände des Autohauses überprüft, bevor es von den Wulffs genutzt worden sei.

Gernot Lehr, der Anwalt von Christian Wulff, dementierte die Berichte in ungewöhnlich scharfer Form. „Das Ehepaar Wulff fuhr im Sommer 2011 keinen Audi Q 3“, so der Anwalt gestern. Er warf der „Berliner Zeitung“ und der „Frankfurter Rundschau“ „gezielte Falschberichterstattung“ und „grobe Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflichten“ vor. „Tatsächlich hat Bettina Wulff einen Audi Q 3 erstmals am 22.12.2011 übernommen und die dafür marktübliche Vergütung gezahlt.“

Bettina Wulff ging auch gerichtlich gegen die Berichte vor. Das Kölner Landgericht erließ nach Angaben von Wulffs Anwalt gestern eine einstweilige Verfügung gegen die beiden Zeitungen. Die in einer Redaktionsgemeinschaft erscheinenden Blätter blieben bei ihrer Darstellung und wiesen die Vorwürfe zurück. Die Chefredakteurin von „Berliner Zeitung“ und „Frankfurter Rundschau“, Brigitte Fehrle, sagte: „Wir haben an jeder Stelle die journalistische Sorgfaltspflicht gewahrt.“

Allerdings widersprach auch die Audi-Zentrale in Ingolstadt den Berichten. Unternehmenssprecher Jürgen De Graeve bestätigte gegenüber unserer Zeitung die Darstellung von Wulffs Anwalt. Das Ehepaar Wulff habe vor dem 22. Dezember 2011 definitiv keinen Audi Q 3 zur Verfügung gestellt bekommen. Die Markteinführung des Q 3 war im Oktober 2011.

Der Wagen hatte schon Mitte Januar für Wirbel gesorgt, weil Bettina Wulff ihn angeblich zu sehr günstigen Leasing-Konditionen bekommen haben soll. Der Anwalt Wulffs erklärte damals, der von Frau Wulff bestellte Audi werde erst Mitte des Jahres ausgeliefert. Deshalb habe das Berliner Audi-Zentrum ihr am 22. Dezember einen Wagen gleichen Typs gegen Zahlung einer monatlichen Pauschale zur Verfügung gestellt. Der Bundespräsident habe den Autohändler ausdrücklich aufgefordert, den ganz normalen Tarif zu nennen.

Audi-Sprecher De Graeve sagte dazu, Frau Wulff habe den Q 3 für einen Monat – vom 22. 12.2011 bis zum 23.1.2012 – ganz regulär von einem Berliner Autohändler gemietet und inzwischen wieder zurückgegeben. Sie habe dafür 850 Euro bezahlt. Das sei eine normale Rate, wie sie jeder Kunde bekommen könne.

 


Von Johannes Greiner
 
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