Bayerischer Bierabsatz weitgehend stabil
München (DK) "Mit einem blauen Auge davongekommen". So lautet das Fazit, das Michael Weiß, Präsident des Bayerischen Brauerbundes, gestern in München für das Jahr 2009 gezogen hat.

Der Bierabsatz ist 2009 bayernweit deutlich geringer zurückgegangen als in Deutschland. - Foto: Bayerischer Brauerbund
Das 1,6-prozentige Minus im Freistaat bedeute zwar einen Rückgang um knapp 370 000 hl, so Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes. Insgesamt liege der jährliche Ausstoß der bayerischen Braustätten damit aber relativ konstant zum zwölften Mal hintereinander in der Spanne zwischen 22 und 23 Mio. hl. Zusätzlich positiv sei, dass in dieser amtlichen Statistik alkoholfreies Bier nicht erfasst sei, da es nicht unter die Biersteuerpflicht falle. Laut einer internen Verbandsstatistik habe es in diesem Sektor 2009 aber ein Plus von rund 100 000 hl gegenüber 2008 gegeben, das vor allem "in der ungebrochenen Beliebtheit" des alkoholfreien Weißbiers begründet sei.
Dennoch habe die gesamtwirtschaftliche Entwicklung auch am Biermarkt – und dabei speziell beim Export – ihre Spuren hinterlassen, so Weiß. Der Dämpfer sei aber auch dabei in Bayern mit einem Minus von 3,13 Prozent deutlich geringer ausgefallen als bundesweit mit minus 7,16 Prozent. Insgesamt liegt die Exportquote des bayerischen Braugewerbes nun bei 15,0 (Vorjahr: 15,3) Prozent, während sie in Deutschland von 14,6 auf 13,9 Prozent gefallen ist.
Das bundesweit allgemein überdurchschnittliche Abschneiden von Bayerns Brauern führte Weiß auf deren "hohes Ansehen" zurück, "weil wir es sind, die für Bierkultur stehen" und dies von den Konsumenten honoriert werde. Der Trend gehe in Richtung Regionalität, Authentizität, Individualität und höchste Qualität. Für solche Produkte sei der Verbraucher auch bereit, einen angemessenen Preis zu zahlen. Deshalb, so Weiß, müssten die Brauer weg vom Hektoliterdenken und hin zu Bier, das "teurer und dennoch den Preis wert" sei. Billigbier werde inzwischen nicht mehr als Segen für den Konsumenten, sondern als Gefahr für die Bierkultur erkannt.
Von Norbert SchmidlKommentare
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