Audi will innerhalb der nächsten Jahre Milliarden in neue Antriebstechnologien und digitale Geschäftsfelder investieren. Da die Folgen des Dieselskandals für den Ingolstädter Premiumhersteller längst noch nicht abzusehen sind und die Konzernmutter VW eine Elektrooffensive, deren Vorreiter Audi sein soll, ausgerufen hat, muss das erfolgsverwöhnte Unternehmen ungewohnte Parolen ausgeben. „Alles kommt auf den Prüfstand. Wir dürfen nicht so weitermachen wie bisher“, sagte Strotbek laut Teilnehmern auf der Versammlung. Die Zeiten des übermäßigen Personalaufbaus sind demnach vorbei. Über die natürliche Fluktuation hinaus solle kein weiteres Personal aufgebaut werden. Ausgenommen seien Experten auf den Zukunftsfeldern. Jörg Schlagbauer, IG-Metall-Chef bei Audi, sagte laut Teilnehmern: „Wir müssen endlich anfangen, die Prozesskosten zu durchleuchten, und das Unternehmen entbürokratisieren, sodass wir zu alter Stärke zurückfinden.“

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Wie unsere Zeitung erfuhr, will Audi sich bei seiner Strategie 2025 (sie wird Ende Juli den Top-Managern vorgestellt) eng an die Linie der Konzernmutter VW halten. Aus Unternehmenskreisen ist von einer regelrechten „Elektroautooffensive“ zu hören. 2025 sollen zwischen 25 und 30 Prozent der verkauften Audis elektrisch angetrieben werden. Das wären rund 700.000 Elektroautos pro Jahr.

Unterdessen hat das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern eine Betriebsvereinbarung geschlossen, die den Anforderungen der Digitalisierung für die Arbeitswelt Rechnung tragen soll. Demnach erhalten Mitarbeiter noch mehr Freiräume und Möglichkeiten, Beruf und Privatleben miteinander zu verbinden. „Ziel ist es, mehr persönliche Freiräume zu schaffen und damit gleichzeitig Innovationen zu fördern“, sagte Personalvorstand Thomas Sigi.