Montag, 21.05.2012 |

 

22.12.2009 23:57 Uhr | 266x gelesen
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Tagesgeld oder Festgeld - Eine Frage der Prognose


Deutsche Anleger schwören auf Tages- und Festgeld. Welche Variante die richtige ist, hängt von der Einschätzung der künftigen Zinsentwicklung ab. Darauf sollten Sparer achten.


Bei der kurz- und mittelfristigen Geldanlage zählt für deutsche Privatanleger vor allem eines: Sicherheit. Das belegt auch der aktuelle Anlegerindex von TNS Infratest im Auftrag der DZ Bank. Demnach bevorzugen 65 Prozent der Sparer hierzulande das Tages- oder Festgeldkonto. Denn das Vermögen ist dort mindestens durch die europäische Einlagensicherung sowie bei deutschen Anbietern durch das umfassende Versprechen der Bundesregierung geschützt.

Ob man sich für Tages- oder Festgeld entscheidet, hängt vor allem davon ab, wie man die künftige Zinsentwicklung einschätzt.

Sicherheit für die Dauerflaute


Ein Festgeldkonto macht für Sparer Sinn, die in nächster Zeit ein stagnierendes oder sogar weiter sinkendes Zinsniveau erwarten. Zwei Drittel der privaten Investoren halten die Krise noch nicht für überwunden – ein Dauerzinstief könnte die Folge sein. Festgeld-Anleger sind da auf der sicheren Seite, denn der aktuelle Zinssatz ist bis zum Ende der Laufzeit garantiert – selbst wenn die Zinsen fallen. Wer sich beispielsweise nur für zwölf Monate festlegt, bleibt dabei immer noch einigermaßen flexibel. Top-Anbieter mit deutscher Einlagensicherung ist hier derzeit die Isbank mit 2,3 Prozent, die Ziraat-Bank bietet 2,20 Prozent, die SWK 2,10 Prozent. Zudem gibt es eine Reihe von Anbietern um die Zwei-Prozent-Marke: Beispielsweise die BKM Bausparkasse Mainz, die Amsterdam-Trade-Bank, Grenke Bank, Hypovereinsbank (Neukundenangebot ab 5.000 Euro) oder die Oyak-Anker-Bank. Den Spitzenzins mit 2,60 Prozent zahlt derzeit die britische ICICI-Bank.
Flexibilität für den Aufschwung

Zieht die Wirtschaft allerdings deutlich an, könnten wegen steigender Inflationserwartungen auch die Zinsen Auftrieb bekommen. Grund zur Hoffnung besteht: So erwartet das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München für 2010 ein Wachstum von 1,7 Prozent. Und rund die Hälfte (46 Prozent) der Privatanleger geht davon aus, dass der deutsche Aktienindex in den nächsten sechs Monaten weiter steigt.
In dieser Situation stehen Anleger mit einem Tagesgeldkonto, bei dem die Zinsen regelmäßig angepasst werden, besser da. Überhaupt ist Flexibilität das große Plus von Tagesgeldkonten: Wer sein Kapital kurzfristig in andere Anlagen umschichten will oder für Ausgaben braucht, kommt jederzeit ohne Kündungsfristen und Extragebühren ran, sagt Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen.

Top-Anbieter sind hier aktuell Fidor (für Community-Mitglieder) mit 3,01 Prozent und die 1822 direkt mit 2,75 Prozent (für Neukunden). Allerdings gelten die Spitzensätze nur bis zu einer bestimmten Anlagesumme oder für eine bestimmte Frist. Ohne solche Einschränkungen zahlt die Bank of Scotland solide 2,30 Prozent. Gute 2,05 bzw. 2,00 Prozent bieten zudem die DKB und SKG Bank (jeweils bei Eröffnung eines kostenlosen Girokontos), und die ING-Diba – auch letzteres Angebot richtet sich an Neukunden und ist vorerst bis Ende Juni 2010 beschränkt.

Kunden sollten vor Eröffnung eines Kontos unbedingt die konkreten Bedingungen studieren. Denn einige Angebote sind an die Nutzung bestimmter Zusatz-Produkte gekoppelt. So verlangen etwa Cortal Consors und die DAB Bank einen Depotwechsel bzw. ein Wertpapier-Depot mit einer bestimmten Einlagenhöhe. Das ist nicht jedermanns Sache. Wer keine Aktien- oder Wertpapierinvestments wünscht, sollte eine Online-Bank wählen, die keine besonderen Voraussetzungen für ihre Top-Konditionen hat, rät Verbraucherschützer Gottschalk.

Biallo & Team

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