Schulden, die auf Immobilien entfallen, machen den Bärenanteil bei der Verschuldung deutscher Haushalte aus. Etwa zwei Drittel aller Schulden fußen auf Immobilienerwerb. Kein Wunder, dass die Entwicklung der Kaufpreise gesamtwirtschaftlich aber auch für jeden einzelnen Haushalt interessant ist. In angesagten Großstädten steigen die Jahre bereits seit einem Jahrzehnt enorm an. Nach Berechnungen der Bundesbank auf Basis von Daten der Unternehmensberatung Bulwiengesa für das Jahr 2016 waren die Teuerungsraten bei Wohnimmobilien in den sieben größten deutschen Städten nach wie vor am höchsten.

Auch in mittleren Städten ziehen die Preise an
Aber auch in mittleren und kleineren Städten zeigt die Preisentwicklung nach oben. Das hat sich jüngst sogar laut einer Untersuchung der Deutschen Bundesbank verschärft. Dem Finanzstabilitätsbericht 2017 ist zu entnehmen, dass die Preisübertreibungen in 127 deutschen Städten 2015 zehn bis 20 Prozent betrugen, 2016 seien bereits Übertreibungen von 15 bis 30 Prozent zutage getreten. Das Ausmaß dieser Überhitzung stellen die Bundesbanker anhand folgender Indikatoren fest: geschätzter fundamentaler Immobilienpreis sowie wirtschaftliche Fundamentaldaten wie Einkommen, Zinsen und demografische Faktoren. Gleichzeitig sieht die Bundesbank aber keine Anzeichen für eine kreditgetriebene Blase. "Es besteht jedoch das Risiko, dass sich Finanzierungen an den Immobilienmärkten als nicht nachhaltig erweisen, sollten die Zinsen steigen oder sich die dynamische Preisentwicklung umkehren", heißt es im Bundesbank-Bericht, in dem auch vor allzu großer Sorglosigkeit im Hinblick auf die aktuell gute konjunkturelle Lage gewarnt wird.

Vorsicht bei der Anfangstilgung
Die niedrigen Zinsen für Baufinanzierungen ermöglichen es Haushalten, sich höhere Kaufpreise leisten zu können. Die Befürchtung der Bundesbank, dass sich bei einem Zinsanstieg einige Baufinanzierungen als nicht nachhaltig erweisen könnten, ist berechtigt. Denn viele Immobilienkäufer ? gerade in teuren Städten ? lassen sich zu niedrigen Anfangstilgungen verleiten, um einen Kauf zu stemmen, den sie sich sonst nicht leisten könnten. Das kann sich jedoch als teurer Fehler erweisen und den Traum vom Eigenheim platzen lassen, wenn die Anschlussfinanzierung zu einem möglicherweise viel höheren Zins ansteht und der Kreditbetrag kaum geschmolzen ist.

Bei der Anfangstilgung sollten künftige Eigenheimer nicht sparen. Ein-Prozent-Tilgungen sind zwar anfangs praktisch, denn Kreditnehmer leisten eine sehr überschaubare Monatsrate. Aber mittel- bis langfristig ist der eindeutige Sieger die Bank. Denn solche Finanzierungen ziehen sich, wenn es gut läuft, über 60 Jahre. Das bedeutet in der Gesamtschau über all die Jahrzehnte exorbitante Zinszahlungen ? zur Freude des Kreditinstituts.

Tipp: Wenn Sie eine günstige Baufinanzierung suchen, sparen Sie nicht an der Anfangstilgung. Von Tilgungen unter zwei Prozent gilt es, lieber Abstand zu nehmen. Es gibt dennoch enormes Sparpotential, in dem Sie nicht einfach bei Ihrer Hausbank finanzieren. Nutzen Sie für Ihren anstehenden Immobilienkauf entsprechende Vergleichsseiten im Internet.


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