Düstere Aussichten für zukünftige Empfänger der gesetzlichen Rentenversicherung. Vor allem junge Berufstätige sammeln durch einen späteren Berufseinstieg und Phasen von Arbeitslosigkeit durchschnittlich immer weniger Renten-Entgeltpunkte. Überdies haben diese Entgeltpunkte durch die Renten-Reformen der vergangenen Jahre auch noch an Wert eingebüßt und dadurch wird das Rentenniveau weiter absinken. Das hat jüngst eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie ergeben.

Weniger Geld für Neu-Rentner
Nach einer Forschungsarbeit von Falko Trischler und Ernst Kistler vom Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie (Inifes) , haben die Veränderungen bei den Erwerbsbiographien und rechtlichen Ansprüchen der vergangenen Jahre bereits deutliche Auswirkungen auf die Altersbezüge jüngerer Ruheständler zur Folge. Demnach liegt seit dem Millenniumswechsel der monatliche Rentenzahlbetrag, den Neu-Rentner erhalten, deutlich unter der allgemeinen Durchschnittsrente aller im Ruhestand befindlichen Personen. Im Jahr 2009 kamen Neu-Rentner auf 686 Euro monatliches Altersgeld, rund 80 Euro weniger als beim Rentenbestand.

Die drei Faktoren für diesen Trend

Berufseinstieg: Eine wichtige Rolle spielt die Verlängerung der Ausbildungszeit. Von den Jahrgängen 1940 bis 1944 gingen rund ein Drittel vor ihrem 18. Geburtstag einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Bei den Jahrgängen von 1970 bis 1974 galt das nur noch für jeden Zehnten. In der Vergangenheit konnte die längere Ausbildungszeit meist durch höhere Sozialbeträge kompensiert werden. Aber die beiden Wissenschaftler bezweifeln, ob das in Zukunft weiter so gelingt. Denn beim Vergleich der Erwerbsverläufe von Beschäftigten unterschiedlicher Altersgruppen sei ?auch für die mit mittleren Erwerbsjahre zu beobachten, dass die jüngeren Gruppen dann keineswegs mehr, sondern durchschnittlich weniger Rentenansprüche erwerben und diese darüber hinaus immer ungleicher auf die Versicherten verteilt sind.?

Arbeitslosigkeit:
Die Problematik am Arbeitsmarkt macht sich seit den 1980er-Jahren bei den Entgeltpunkten bemerkbar. Zeiten ohne Anstellung summieren sich und jüngere Jahrgänge trifft das härter: Personen die zwischen 1940 und 1944 geboren wurden, waren mit 43 Jahren im Durchschnitt zwei Monate Arbeitslos, so die Studie. Die von 1960 bis 1964 Geborenen blickten bis zu diesem Alter bereits auf eine durchschnittlich 19 monatige Arbeitslosigkeit zurück.

Altersübergang: Die Endphase der Erwerbstätigkeit hat ?durch die Rentenreformen der vergangenen Jahre eine besondere Bedeutung bekommen?, sagt Falko Trischler. Seit der Einführung der Abschläge ? einen Ausgleich für einen vorzeitigen Rentenbeginn ? werden oftmals die Ansprüche derer reduziert, die schon bis dahin weniger Punkte hatten. 17 Prozent der Versicherten sind in den Jahren vor der Rente arbeitslos und noch nicht einmal einem Drittel der über 25 Jahre versicherungspflichtig Beschäftigten gelingt ein reibungsloser Übergang in den Ruhestand. Zugegeben es glaubt kaum noch jemand an eine sichere und ausreichende Rente, aber wie schlimm die finanzielle Situation im Alter wirklich werden kann, unterschätzen die meisten Menschen. Hierzu lieferte eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsordnung (DIW), welche die Renten der Bevölkerung in Ostdeutschland untersucht hatte ernüchternde Fakten. So dürfte bei den jüngeren Jahrgängen die Rente sogar unter das Niveau der Grundsicherung fallen. Als Ursache nennt das DIW die hohe Langzeitarbeitslosigkeit und die zunehmende Tendenz zu Minijobs. ?Um eine Rente über Sozialhilfeniveau zu bekommen, muss man heute 28 Jahre gearbeitet und Beiträge in Höhe des Durchschnittsverdienstes gezahlt haben?, erklärt Achim Backendorf, Leiter der Abteilung Sozialpolitik beim Sozialverband VdK Deutschland.

Tipp: Wenn Sie im Alter auf Ihren hohen Lebensstandard verzichten möchten, sollten Sie so früh wie möglich eine gesunde Altersvorsorge aufbauen. Am besten mit einer Kombination aus einer betrieblich sowie staatlich geförderte und/oder private Anlageform.



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