Die Finanzaufsicht Bafin knöpft sich den chinesischen Konzern HNA vor, der in diesem Jahr zum größten Aktionär der Deutschen Bank aufgestiegen ist. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, untersucht die Behörde, ob HNA korrekte Stimmrechtsangaben gemacht hat, als er sich im Frühjahr 2017 schrittweise bei der Deutschen Bank einkaufte. Das Logo der Deutschen Bank als Spiegelbild
Die Finanzaufsicht Bafin knöpft sich den chinesischen Konzern HNA vor, der in diesem Jahr zum größten Aktionär der Deutschen Bank aufgestiegen ist. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, untersucht die Behörde, ob HNA korrekte Stimmrechtsangaben gemacht hat, als er sich im Frühjahr 2017 schrittweise bei der Deutschen Bank einkaufte.
© 2017 AFP

Die Finanzaufsicht Bafin knöpft sich den chinesischen Konzern HNA vor, der in diesem Jahr zum größten Aktionär der Deutschen Bank aufgestiegen ist. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagsausgabe) berichtete, untersucht die Behörde, ob HNA korrekte Stimmrechtsangaben gemacht hat, als er sich im Frühjahr 2017 schrittweise bei der Deutschen Bank einkaufte und mit 9,9 Prozent zum bedeutendsten Aktionär von Deutschlands größtem Geldhaus wurde.

Offiziell wolle sich die Bafin dazu nicht äußern, berichtete die Zeitung. Hintergrund für die Entscheidung der Finanzaufsicht sei eine Verfügung der Schweizer Übernahmekommission. Diese hatte kürzlich erklärt, dass die Angaben von HNA bei der Übernahme eines Schweizer Airline-Caterers im Mai 2016 "unwahr bzw. unvollständig" gewesen seien. Nun wolle die Bafin nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Sobald Aktionäre in Deutschland mehr als drei Prozent an einem börsennotierten Unternehmen halten, müssen sie per Stimmrechtsmitteilung angeben, welche Gesellschaften oder bedeutenden Einzelaktionäre dort das Sagen haben. Melden musste HNA daher die komplette Kette der Konzernstruktur. Die Bafin untersucht laut "Süddeutscher Zeitung" nun vor allem, ob HNA in der Mitteilung an die Aufsicht auch die Großaktionäre um HNA-Gründer Chen Feng hätte angeben müssen, da sie möglicherweise das Unternehmen beherrscht haben. Dies vermute die Schweizer Behörde.

HNA erklärte dazu gegenüber der "Süddeutschen Zeitung", die Stimmrechtsmitteilungen in Bezug auf die Deutsche Bank seien "korrekt". Der chinesische Mischkonzern ist seit geraumer Zeit auf Einkaufstour im Ausland.