Mehr Investitionen und Fortschritte bei Umweltschutz und Tierwohl: Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht die Landwirtschaft in der Bundesrepublik auf einem guten Weg. Bauernverband sieht Landwirtschaft auf gutem Weg
Mehr Investitionen und Fortschritte bei Umweltschutz und Tierwohl: Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht die Landwirtschaft in der Bundesrepublik auf einem guten Weg.
© 2017 AFP

Mehr Investitionen und Fortschritte bei Umweltschutz und Tierwohl: Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht die Landwirtschaft in der Bundesrepublik auf einem guten Weg. "Nach den wirtschaftlichen Krisenjahren wird 2017 wieder investiert, vor allem in die Digitalisierung, den Umweltschutz und in bessere Haltungsbedingungen der Tiere", erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied am Dienstag. Die Umweltorganisation WWF kritisierte hingegen, der Bauernverband widme den ökologischen Problemen in seinem Zustandsbericht nur wenig Raum.

Rukwied erklärte weiter, Fortschritte gebe es vor allem durch die Digitalisierung in der Landwirtschaft. Diese sei in der Praxis "längst angekommen". Die Vorteile der digitalen Datenvernetzung liegen dem DBV-Präsidenten zufolge unter anderem in einem präziseren Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Durch die Digitalisierung könnten "Transparenz und Rückverfolgbarkeit leichter umgesetzt werden, so dass auch ein Nutzen für Verbraucher geschaffen wird", erklärte Rukwied.

Das größte Problem für die Landwirte sei jedoch die häufig unzureichende oder fehlende Breitbandverfügbarkeit auf dem Land. Hier sei "umgehendes Handeln der neuen Bundesregierung notwendig, sollen die ländlichen Räume nicht weiter abgehängt werden", forderte Rukwied.

Der WWF erklärte, der Bericht des Deutschen Bauernverbands spreche eine "deutliche Sprache". Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sei erneut gesunken. 1991 habe es mehr als doppelt so viele Betriebe wie heute gegeben. Den ökologischen Problemen, "welche die Landwirtschaft verursacht und unter denen sie zunehmend selbst leidet", widme der Bauernverband nur wenige Seiten in seinem Bericht, kritisierte die Umweltorganisation.

Der Schutz von Boden, Klima und Artenvielfalt sichere letztlich die wirtschaftlichen Grundlagen auch der deutschen Landwirtschaft, erklärte der WWF. Nur eine nachhaltige Landwirtschaft könne das Höfe- und Artensterben stoppen. Es sei also "im eigenen Interesse der deutschen Bauern, dass in Deutschland und der EU der Einstieg in eine umweltfreundliche und zukunftsorientierte Landwirtschaft gelingt", forderte der WWF.

DBV-Präsident Rukwied begrüßte derweil die fünfjährige Verlängerung der Glyphosat-Zulassung. Die Glyphosat-Entscheidung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sei "in der Sache richtig" gewesen, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Rukwied begründete dies mit dem Bedarf in der Landwirtschaft. Glyphosat werde für "bodenschonende Bearbeitungsverfahren" benötigt. Die Bauern setzten es nicht auf jedem Feld in jedem Jahr ein, sondern nur gezielt, wenn es nötig sei.

Insgesamt geht es den deutschen Bauern dem DBV zufolge im Durchschnitt in diesem Jahr besser. Ackerbauern hätten zwar keine höheren Gewinne einfahren können, aber bei Milchbauern habe sich das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr verbessert. "Wir liegen aber weiterhin unter den Jahren vor der Krise", sagte Rukwied. Der Erzeugerpreis für Milch liegt demnach derzeit bei 39 Cent pro Kilogramm Milch. Im Sommer 2016 lag er bei 23 Cent.