TDer bis vor Kurzem mächtige Hollymoodmogul Harvey Weinstein versinkt immer tiefer im Morast seines Sexskandals. Er sieht sich nun mit polizeilichen Untersuchungen in New York sowie in Großbritannien zu den Missbrauchssvorwürfen konfrontiert. Der 65-Jährige äußerte dennoch die Hoffnung auf eine "zweite Chance". Filmmogul Harvey Weinstein
TDer bis vor Kurzem mächtige Hollymoodmogul Harvey Weinstein versinkt immer tiefer im Morast seines Sexskandals. Er sieht sich nun mit polizeilichen Untersuchungen in New York sowie in Großbritannien zu den Missbrauchssvorwürfen konfrontiert. Der 65-Jährige äußerte dennoch die Hoffnung auf eine "zweite Chance".
© 2017 AFP

Der bis vor Kurzem mächtige Hollywoodmogul Harvey Weinstein versinkt immer tiefer im Morast seines Sexskandals. Nach dem Rauswurf durch sein eigenes Filmstudio sieht sich der 65-Jährige nun auch mit polizeilichen Untersuchungen in New York sowie offenbar auch in London zu den Missbrauchsvorwürfen konfrontiert. Weinstein äußerte dennoch am Mittwoch (Ortszeit) die Hoffnung, dass ihm eine "zweite Chance" gegeben werde.

Die Polizei in New York geht nach eigenen Angaben einem Vorfall aus dem Jahr 2004 nach. Details wollte ein Polizeisprecher nicht nennen. Nach Informationen der Zeitung "Daily News" soll es um den Fall einer Frau namens Lucia Evans gehen, die Weinstein der Vergewaltigung beschuldigt.

Das Magazin "New Yorker" hatte am Dienstag über Evans berichtet, die nach eigener Schilderung im Jahr 2004 auf einen Einstieg in den Schauspielberuf hoffte und von Weinstein in das New Yorker Büro des Filmstudios Miramax eingeladen wurde. Dort sei der Produzent über sie hergefallen und habe sie zum Oralsex gezwungen.

Die Polizei in London teilte unterdessen mit, sie gehe einer mutmaßlich in den achtziger Jahren in London verübten sexuellen Attacke nach. Auch die Polizeibehörde der englischen Stadt wollte keine näheren Informationen herausgeben. Nach Informationen der britischen Nachrichtenagentur PA geht es auch in diesem Fall um Vorwürfe gegen Weinstein.

Laut "New Yorker" beschuldigen neben Evans noch zwei weitere Frauen den Mogul der Vergewaltigung. Bei einer von ihnen handelt es sich demnach um den italienischen Filmstar Asia Argento. Darüber hinaus werfen zahlreiche Frauen dem Produzenten sexuelle Belästigung vor, die meisten von ihnen sind Schauspielerinnen und Models.

Unter den Frauen, die sich als Weinstein-Opfer geoutet haben, sind absolute Topstars wie Gwyneth Paltrow, Angelina Jolie, Ashley Judd und Léa Seydoux. In einer Reihe von Fällen soll Weinstein Frauen mit Geldzahlungen zum Stillschweigen gebracht haben.

Viele der geschilderten Übergriffe sind inzwischen verjährt, da es sich sich nach der Gesetzeslage um kleinere Delikte handelt. Anders verhält es sich unter Umständen bei Vergewaltigung. Diese Straftat verjährt beispielsweise nach den in New York geltenden Gesetzen nicht.

Weinstein wurde am Mittwoch erstmals seit Beginn des Skandals in der Öffentlichkeit gesichtet. In einem vom Sender ABC veröffentlichten Video, das ihn beim Verlassen des Hauses seiner Tochter in Los Angeles zeigt, sagte er: "Wir machen alle Fehler." Deswegen hoffe er auf eine "zweite Chance".

Weinstein räumte aber ein, dass er "Hilfe" brauche. Laut der Promi-Website "TMZ" flog er in den US-Bundesstaat Arizona, um sich dort in eine Therapie für Sexsüchtige zu begeben.

Wegen des Skandals war Weinstein am vergangenen Wochenende von seinem Filmstudio entlassen geworden. Am Dienstag gab dann seine Frau Georgina Chapman ihre Trennung von dem 65-Jährigen bekannt.

Eine zusätzliche Dimension erhält der Skandal um Weinstein dadurch, dass das Verhalten offenbar vielen in der Branche seit langem bekannt war. Die französische Schauspielerin Seydoux berichtete in der britischen Zeitung "The Guardian", "alle" in Hollywood hätten von dessen Verhalten gewusst. "Das ist das Widerlichste daran", sagte sie.

Die US-Filmlegende Jane Fonda räumte im britischen Sender BBC ein, dass sie schon vor einem Jahr von den Vorwürfen gegen Weinstein erfahren habe. Sie sei damit nicht an die Öffentlichkeit gegangen, weil sie die Identität der betroffenen Frauen nicht habe verraten wollen. Fonda sagte jedoch, sie hätte "mutiger" sein müssen.

Die US-Filmakademie, die Weinstein-Produktionen mit 81 Oscars ausgezeichnet hat, kündigte für kommenden Samstag Beratungen über die Anschuldigungen gegen den Produzenten an.