Knapp zwei Wochen vor Amtsantritt von Donald Trump als neuer Präsident der USA haben mehrere Stars die Verleihung der Golden Globes zu Angriffen auf den Rechtspopulisten genutzt. Am schärfsten ging Meryl Streep mit dem Multimilliardär ins Gericht. Meryl Streep mit der Auszeichnung für ihr Lebenswerk
Knapp zwei Wochen vor Amtsantritt von Donald Trump als neuer Präsident der USA haben mehrere Stars die Verleihung der Golden Globes zu Angriffen auf den Rechtspopulisten genutzt. Am schärfsten ging Meryl Streep mit dem Multimilliardär ins Gericht.
© 2017 AFP

Unter Anspielung auf Trumps Attacken auf mexikanische Immigranten und Muslime während seines Wahlkampfs sagte sie, Hollywood "wimmelt von Außenseitern und Ausländern". "Wenn wir sie alle rauswerfen, gibt es für uns nichts anderes mehr zu schauen als Football und Mixed Martial Arts", sagte die 67-Jährige mit tränenerstickter Stimme bei der Entgegennahme des Cecil B. DeMille Awards für ihr Lebenswerk.

Es habe ihr fast "das Herz gebrochen", als Trump während eines Wahlkampfauftritts die Bewegungen eines behinderten "New York Times"-Journalisten nachgeahmt habe, sagte Streep weiter. Dieser Moment, als der "Mann, der sich um einen Platz auf dem meistgeachteten Sitz unseres Landes bewarb", über einen ihm an "Macht und der Fähigkeit zurückzuschlagen" Unterlegenen lustig machte, gehe ihr nicht mehr aus dem Kopf.

"Dieser Instinkt, andere zu demütigen" werde "unser aller Leben durchdringen", da sich nun auch andere berechtigt fühlen werden, dasselbe zu tun, sagte die Schauspiel-Ikone weiter. Unter zustimmenden Rufen aus dem Publikum rief Streep die Medien dazu auf, die Mächtigen weiterhin für "jeden Frevel" zur Verantwortung zu ziehen.

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Globes-Moderator Jimmy Fallon hatte bereits in seiner Eröffnungsrede über den künftigen Präsidenten hergezogen. In Anspielung auf die vielen Weigerungen von Stars, bei Trumps Amtseinführung am 20. Januar aufzutreten, sagte der Komiker, "Florence Foster Jenkins" aus dem gleichnamigen Film sei eine der schlechtesten Sängerinnen schlechthin gewesen. Und "selbst sie" habe eine Teilnahme abgelehnt.

Der britische Schauspieler Hugh Laurie, der für seine Nebenrolle in dem Krimi "The Night Manager" ausgezeichnet wurde, sagte, er fühle sich geehrt, zu den Siegern der letzten "Golden Globe-Verleihung in der Geschichte" zu gehören. Er wolle nicht pessimistisch sein, witzelte Laurie weiter, müsse aber daran erinnern, dass die Verleihung "'Hollywood', 'Ausland' und 'Presse' in ihrem Titel" trage - die Golden Globes werden vom Verband der Auslandspresse vergeben.

"In diesem Saal sitzen Menschen aus aller Welt, aus China, Amerika, Europa. Erwartet nicht, dass das Kino Mauern und Grenzen errichtet", sagte die französische Schauspielerin Isabelle Huppert. Sie hatte für ihre Rolle in "Elle" den Golden Globe für die beste Schauspielerin in einem Drama bekommen.