Samstag, 03. Dezember 2016 |

 

11.01.2016 13:06 Uhr | x gelesen
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Mexiko eröffnet Auslieferungsverfahren gegen "El Chapo"


Bild: Mexiko eröffnet Auslieferungsverfahren gegen

Mexiko hat das Verfahren für die Ausweisung des Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán in die USA eingeleitet. Laut Generalstaatsanwaltschaft besuchten zwei Beamte von Interpol das Gefängnis nahe Mexiko-Stadt, um zwei Haftbefehle zu vollstrecken.


Sechs Monate nach seiner spektakulären Flucht sitzt der berüchtigte Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán wieder hinter Gittern. Zum Verhängnis wurde Guzmán offenbar der Wunsch, einen autobiografischen Film zu drehen. Drogenboss "El Chapo" wieder hinter Gittern
Bild: © 2016 AFP Sechs Monate nach seiner spektakulären Flucht sitzt der berüchtigte Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán wieder hinter Gittern. Zum Verhängnis wurde Guzmán offenbar der Wunsch, einen autobiografischen Film zu drehen.

Die mexikanische Regierung hat zwei Tage nach der Festnahme des Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán das Verfahren für seine Ausweisung in die USA begonnen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft besuchten zwei Beamte von Interpol Mexiko das Hochsicherheitsgefängnis nahe Mexiko-Stadt, um zwei Haftbefehle zu vollstrecken. Damit wurde das Auslieferungsverfahren offiziell eröffnet.

Als nächstes muss ein Richter über die Ausweisung des bis zu seiner neuerlichen Festnahme meistgesuchten Verbrechers Amerikas befinden. Die Entscheidung wird dann an das Außenministerium weitergeleitet, das der Ausweisung zustimmen muss. Guzmán habe aber die Möglichkeit, Einspruch gegen die Entscheidung des Ministeriums einzulegen, erklärte das Büro der Generalstaatsanwältin Arely Gómez. Von amtlicher Seite hieß es, das Verfahren könne sich über Monate hinziehen, die Behörden seien jedoch bemüht, es zu beschleunigen.

Guzmáns Anwalt Juan Pablo Badillo kündigte an, dass er notfalls bis vor den Obersten Gerichtshof ziehen werde, um sich gegen die Auslieferung seines Mandanten zur Wehr zu setzen. Er begründete dies damit, dass dem Chef des Sinaloa-Rauschgiftkartells in den USA die Todesstrafe drohe.

Sondereinheiten hatten "El Chapo" am Freitag in einem Haus nahe der Ortschaft Los Mochis im Nordwesten Mexikos aufgespürt und festgenommen. Am Samstag wurde er in das Hochsicherheitsgefängnis in Altiplano zurückgebracht, aus dem er im Juli durch einen anderthalb Kilometer langen Tunnel entflohen war.

Bislang weigerten sich die mexikanischen Regierungen, "El Chapo" an die USA auszuliefern, wo er wegen Drogendelikten und Mordes angeklagt werden soll. Am Samstag kündigte die Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto dann aber an, die Auslieferung vorzubereiten.

Die mexikanischen Behörden wollen auch den Hollywood-Star Sean Penn und die mexikanische Schauspielerin Kate del Castillo zu ihrem geheimen Treffen mit Guzmán im vergangenen Oktober befragen.

Der Stabschef von US-Präsident Barack Obama, Denis McDonough, sagte dem Fernsehsender CNN, das von Penn geführte "sogenannte Interview" werfe einige "interessante Fragen" an den Schauspieler und andere Beteiligte auf. Ein Sprecher des Weißen Haus nannte es "unerträglich", wie Guzmán mit seinen Verbrechen geprahlt habe.

Scharfe Kritik kam auch vom republikanischen Präsidentschaftsbewerber Marco Rubio. Ein Schauspieler, der den Vereinigten Staaten seine Karriere verdanke, habe natürlich das "verfassungsmäßige Recht, sich bei einem Verbrecher und Drogenhändler einzuschleimen", sagte der Senator. Er finde das aber "grotesk", fügte er hinzu.

Der bekannte US-Medienanwalt Floyd Abrams sagte der Nachrichtenagentur AFP, er halte es für ausgeschlossen, dass Penn strafrechtlich verfolgt werde. Der Chefredakteur der "Washington Post", Marty Baron, verwies im Kurzbotschaftendienst Twitter darauf, welchen Gefahren "wirkliche Journalisten" bei der Berichterstattung über die Drogenkartelle in Mexiko ausgesetzt seien.

Guzmán hatte Penn nach monatelangen Geheimverhandlungen am 2. Oktober zu einem mehrstündigen Gespräch im Dschungel empfangen und Tequila mit ihm getrunken. Dabei erzählte "El Chapo" laut einem am Wochenende veröffentlichten Bericht im US-Magazin "Rolling Stone", dass er über eine "Flotte aus U-Booten, Flugzeugen, Lastwagen und Schiffen" verfüge und mehr Drogen liefere "als irgend jemand sonst in der Welt".

20160110C MEXIKO USA DROGEN Nach der Festnahme des berüchtigten Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán macht die mexikanische Regierung den Weg für eine Ausweisung in die USA frei. Nach der Wiederergreifung Guzmáns werde nun das Auslieferungsverfahren beginnen, teilte das Justizministerium am Samstag mit. Guzmán war sechs Monate nach seiner spektakulären Flucht am Freitag von Spezialeinheiten in einem Haus nahe der Ortschaft Los Mochis im Nordwesten Mexikos aufgespürt und festgenommen worden. De Mexiko: Die Flucht von "El Chapo" Guzmán
Bild: © 2016 AFP 20160110C MEXIKO USA DROGEN Nach der Festnahme des berüchtigten Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán macht die mexikanische Regierung den Weg für eine Ausweisung in die USA frei. Nach der Wiederergreifung Guzmáns werde nun das Auslieferungsverfahren beginnen, teilte das Justizministerium am Samstag mit. Guzmán war sechs Monate nach seiner spektakulären Flucht am Freitag von Spezialeinheiten in einem Haus nahe der Ortschaft Los Mochis im Nordwesten Mexikos aufgespürt und festgenommen worden. Der Ort liegt nahe an der Küste im Bundesstaat Sinaloa, wo Guzmán herkommt. Am Samstag wurde er in das Hochsicherheitsgefängnis in Altiplano zurückgebracht, aus dem er im Juli entflohen war. Grafik: Fluchttunnel aus Hochsicherheitsgefängnis. (135 x 118 mm)
Sechs Monate nach seiner spektakulären Flucht aus einem mexikanischen Hochsicherheitsgefängnis ist der berüchtigte Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán wieder hinter Gittern. "El Chapo" gefasst
Bild: © 2016 AFP Sechs Monate nach seiner spektakulären Flucht aus einem mexikanischen Hochsicherheitsgefängnis ist der berüchtigte Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán wieder hinter Gittern.
Spektakuläre Episode in der Hollywood-reifen Saga um Mexikos mächtigsten Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán: Drei Monate, bevor der meistgesuchte Verbrecher der USA geschnappt wurde, empfing er den US-Schauspieler Sean Penn (Archivfoto) im Dschungel. Sean Penn interviewte Drogenboss "El Chapo"
Bild: © 2016 AFP Spektakuläre Episode in der Hollywood-reifen Saga um Mexikos mächtigsten Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán: Drei Monate, bevor der meistgesuchte Verbrecher der USA geschnappt wurde, empfing er den US-Schauspieler Sean Penn (Archivfoto) im Dschungel.
VIDEO: Drogenboss "El Chapo" gefasst: Stationen einer Flucht VIDEO: Drogenboss "El Chapo" gefasst: Stationen einer Flucht
Bild: © 2016 AFP VIDEO: Drogenboss "El Chapo" gefasst: Stationen einer Flucht

Mexiko-Stadt (AFP)

 
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