Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump stand im Wahlkampf in Kontakt mit der Internetplattform Wikileaks, die Trumps Gegnerin Hillary Clinton mit Enthüllungen schwer zusetzte. Präsidentensohn Trump junior
Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump stand im Wahlkampf in Kontakt mit der Internetplattform Wikileaks, die Trumps Gegnerin Hillary Clinton mit Enthüllungen schwer zusetzte.
© 2017 AFP

Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump stand im Wahlkampf in Kontakt mit der Internetplattform Wikileaks, die Trumps Gegnerin Hillary Clinton mit Enthüllungen schwer zusetzte. Donald Trump junior veröffentlichte am Montag (Ortszeit) das Protokoll seiner Online-Kommunikation mit Wikileaks im Wahljahr 2016; er reagierte damit auf einen Medienbericht, in dem von geheimen Kontakten zwischen ihm und der Plattform die Rede war.

Dem Protokoll ist zu entnehmen, dass Wikileaks Trump junior rund ein Dutzend mal kontaktierte; von Trump junior liegen drei kurze Antworten vor. Wikileaks bat den Sohn des damaligen Präsidentschaftskandidaten, die Öffentlichkeit auf die von der Enthüllungsplattform veröffentlichten internen Clinton-Unterlagen hinzuweisen. In einer weiteren Nachricht wurde Trump junior auf den Start einer neuen Anti-Trump-Seite im Internet hingewiesen.

In einer seiner Antworten nimmt Trump junior Bezug auf die neuen Clinton-Enthüllungen und schreibt: "Es ist erstaunlich, womit sie alles durchkommt." In einer andere informiert er sich bei Wikileaks über bevorstehende neue Enthüllungen: "Was hat es mit der Mittwochs-Enthüllung auf sich, von der ich ständig lese?"

Die von Trump junior vorgelegten Protokolle zeigen auch, dass Wikileaks direkten Einfluss auf den US-Wahlkampf zu nehmen versuchte. In einer Serie von Nachrichten versuchte die Plattform Trump junior davon zu überzeugen, ihr die Steuererklärungen des Präsidentschaftskandidaten Trump für die Veröffentlichung zuzuspielen; Trumps Weigerung, diese Dokumente im Wahlkampf öffentlich zu machen, hatte ihm viel Kritik eingebracht.

Wikileaks argumentierte, die Veröffentlichung könnte von der Kritik an Trump ablenken und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Hillary Clintons Probleme lenken.

Zudem versprach sich die Enthüllungsplattform davon einen Gewinn an eigener Glaubwürdigkeit: Wenn sie Trumps Steuererklärungen veröffentlichte, "dann würde das unser Image der Unparteilichkeit dramatisch verbessern", hieß es in einer Nachricht von Wikileaks. Eine Antwort von Trump junior ist in den vorgelegten Protokollen nicht enthalten.

Die Dokumente zeigen eine eher einseitige Kommunikation: Trump junior ignorierte die meisten Anfragen von Wikileaks. Allerdings verwahrte er sich nicht grundsätzlich gegen Kontakte mit der Plattform.

Wikileaks hatte im Wahlkampf mehrfach interne Emails der US-Demokraten veröffentlicht, die offenbar aus einem Hackerangriff stammten. Für die Kandidatin Clinton war dies eine große Belastung. Woher Wikileaks die Dokumente hatte, ist nicht bekannt. Es besteht der Verdacht, dass sie möglicherweise aus russischen Quellen kamen. Russische Manipulationsversuche im US-Wahlkampf sind derzeit Gegenstand mehrerer Untersuchungen in den USA.