Weitere 20 Prozent könnten sich maximal knapp zwei Jahre über Wasser halten, wenn sie ihre Habe vollständig für den täglichen Bedarf aufzehren. Weitere 30 Prozent könnten maximal knapp acht Jahre ihr Konsumniveau halten. Bei zehn Prozent reiche das Vermögen dafür, den - in der Regel ebenfalls hohen - Lebensstil mindestens 13 Jahre aufrecht zu erhalten, fünf Prozent gelingt das sogar mindestens mehr als 21 Jahre lang.

Haushalte, die nur kurze Zeiträume überbrücken können, besitzen wenig oder nichts, wie es in der Analyse des zur Hans-Böckler-Stiftung gehörenden WSI heißt. Dagegen verfügten die zehn Prozent der Haushalte, die am längsten ohne Einkommen leben können, nach Abzug von Verbindlichkeiten über ein mittleres Haushaltsvermögen von knapp 500.000 Euro.

Zwar gibt es der Studie zufolge Ausnahmen. Einige wohlhabende Haushalte geben so viel für ihren Konsum aus, dass ihr hohes Vermögen nicht besonders lange reichen würde. Gleichzeitig gebe es Mittelklasse-Haushalte, die so wenig konsumierten, dass sie lange Zeit mit ihrem Vermögen über die Runden kommen würden. Unter dem Strich sei das Muster aber eindeutig.

Die WSI-Analyse offenbart den Angaben zufolge auch deutliche Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland. Im Mittel könnten Haushalte in den neuen Ländern lediglich halb so lange Zeiträume durch Vermögensverzehr überbrücken wie in den alten - und zwar nicht einmal ein Jahr statt mehr als zwei.