Die Unzufriedenheit über das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen und vor allem über die Preisgabe des Finanzministeriums ist groß in ihrer eigenen Partei.

Dass Merkel der SPD bis weit über die Schmerzgrenze hinaus entgegengekommen ist, um weiterregieren und im Amt bleiben zu können, wollen ihre Kritiker nicht einfach so hinnehmen. Die Art und Weise, wie die CDU-Chefin die Partei verändert, sie immer mehr nach links in die Mitte ausgerichtet hat, ist für viele Konservative ein Ärgernis. Ob Atomausstieg, Ende der Wehrpflicht, Euro-Rettung, Flüchtlingspolitik oder Ehe für alle - die Wut in Teilen der Partei über das veränderte Profil der Christdemokraten ist groß.

Die Kritik wird immer offener vorgetragen, so dass sich Merkel gezwungen sieht, zu reagieren. Ob ihr Erneuerungsversprechen wirklich dauerhaft für Ruhe sorgen wird, ist zu bezweifeln. Ihre Ankündigung, volle vier Jahre regieren zu wollen, empfinden nicht wenige ihrer Rivalen als Drohung. Das Chaos und der Absturz der SPD dürften den Christdemokraten allerdings eine Warnung sein und vor einer offenen Meuterei zurückschrecken lassen.