Nein, Krieg ist keine Lösung, und auch die Raketen, die Briten, Amerikaner und Franzosen auf Ziele in Syrien abgefeuert haben, sind es nicht. Sie haben das Leid der syrischen Bevölkerung nicht gelindert und sie auch nicht von ihrem grausamen und skrupellosen Diktator Baschar al-Assad befreit. Und sie haben das Klima zwischen Russland und dem Westen noch einmal abgekühlt, weit unter den Gefrierpunkt.

Doch ja, es ist gut und richtig, dass Assad und seinem Waffenbruder Wladimir Putin endlich in der einzigen Sprache, die sie verstehen, deutlich gemacht wurde: Der Einsatz von Giftgas ist eine Grenzüberschreitung, die nicht (mehr) toleriert wird.
Dabei ist es unerheblich, aus welchen Motiven heraus Donald Trump, Emmanuel Macron und Theresa May den Befehl zum Angriff gegeben haben. Natürlich ging es dabei nicht nur um Assad, das syrische Volk und das Entsetzen über das barbarische Kriegsverbrechen in Duma. Es ging auch um "Stormy Daniels" und Sonderermittler Robert Muller sowie um schlechte Umfragewerte für den französischen Präsidenten und den enormen innenpolitischen Druck, unter dem die Premierministerin steht. Dennoch handelte es sich um wohldosierte Schläge, die sich gezielt gegen das syrische Chemiewaffenarsenal richteten, was wohl vor allem US-Verteidigungsminister James Mattis zu verdanken ist.

Eine Strategie für Syrien haben Washington, Paris und London nicht. Bestenfalls eröffnet die Eskalation eine neue Chance für die Diplomatie und auf die Wiederbelebung des Genf-Prozesses. Denn die vergangenen Tage haben gezeigt, dass der Syrien-Konflikt schnell in einer internationalen Katastrophe münden kann.

Frankreich und Großbritannien haben eine neue politische Initiative angekündigt. Das allerdings hilft den Menschen in Aleppo oder Ost-Ghuta, das angeblich wieder komplett unter der Kontrolle von Assads Truppen ist, nicht mehr. Die internationale Diplomatie hat in Syrien auf schreckliche Weise versagt. Raketen auf Assads Chemiewaffenlager ändern nichts an dieser Schande.
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