Um ein Haar wäre es zur Katastrophe gekommen: dem Absturz ins Bodenlose, Verlust der lukrativen Start- und Landerechte inklusive. Es wäre ein beispielloser Fall von Kapitalvernichtung gewesen, und obendrein hätte der Bund seinen 150-Millionen-Euro-Kredit wohl abschreiben müssen.

Stand jetzt scheint die Zerschlagung von Air Berlin und damit das Ende der Marke wohl nicht mehr abzuwenden zu sein. Tatsächlich wären Verkauf und Weiterbetrieb des Unternehmens notwendig, um einen funktionierenden Wettbewerb auf wichtigen Strecken innerhalb Deutschlands zu gewährleisten. Ob es nun um die Offerte des Nürnberger Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl geht, die Angebote von Ex-Energieboss Utz Claassen oder der Chinesen von "Link Global Logistics" - fraglich ist, ob genügend Liquidität mitgebracht wird, um die Zeit zu überbrücken, bis der Deal perfekt und von EU-Kommission und Bundeskartellamt endgültig genehmigt ist.

Das kann einige Zeit dauern. Die Millionen vom Bund werden dafür nicht ausreichen. So dürfte es eine Mischlösung geben, mit Filetstücken, die an Lufthansa gehen würden, und anderen, die auch noch zum Zuge kommen. Die Verlierer wären die Beschäftigten. Die Verhandlungen über Sozialpläne und Weiterbeschäftigung werden sicher kompliziert.