Ein ambitioniertes Vorhaben, das auch jene in Busse und Bahnen locken könnte, die bislang lieber mit dem eigenen Wagen zur Arbeit fahren.

Es ist vernünftig, in fünf Städten auszuprobieren, wie die Bürger eine solche Maßnahme annehmen, die eine Menge Steuergeld verschlingen würde. Es gilt zu untersuchen, ob sie überhaupt den erhofften Effekt hat, und zu einer spürbaren Verbesserung der Luftqualität beiträgt, die Brüssel verlangt. Das Ganze sollte jedoch keine bloße Beruhigungspille für die zunehmend ungeduldige EU-Kommission sein, sondern klug angegangen werden. So werden die bisherigen ÖPNV-Kapazitäten wohl nicht ausreichen.

Im estnischen Tallinn hat sich bei ähnlichen Experimenten gezeigt, dass auch viele Radfahrer, die bereits besonders umweltfreundlich unterwegs sind, bequem werden und auf den motorisierten öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Wenn die Innenstädte demnächst zu den Hauptverkehrszeiten mit Bussen und Bahnen verstopft wären, wäre natürlich nichts gewonnen. Dennoch: Die Sache ist allemal einen Versuch wert.