Im Prozess um den tödlichen Messerangriff auf einen Therapeuten in einem Beratungszentrum für Flüchtlinge in Saarbrücken ist der Angeklagte zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Saarbrücken sprach den 27-jährigen Syrer am Montag des Mordes schuldig, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Die Richter gingen von einer verminderten Schuldfähigkeit des Mannes aus und verhängten deshalb keine lebenslange Freiheitsstrafe Mehr als fünf Monate nach dem tödlichen Messerangriff auf einen Therapeuten in Saarbrücken wurde ein 27-jähriger Syrer zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
Im Prozess um den tödlichen Messerangriff auf einen Therapeuten in einem Beratungszentrum für Flüchtlinge in Saarbrücken ist der Angeklagte zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Saarbrücken sprach den 27-jährigen Syrer am Montag des Mordes schuldig, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Die Richter gingen von einer verminderten Schuldfähigkeit des Mannes aus und verhängten deshalb keine lebenslange Freiheitsstrafe
© 2017 AFP

Rund fünf Monate nach dem tödlichen Messerangriff auf einen Therapeuten in einem Beratungszentrum für Flüchtlinge in Saarbrücken ist der Angeklagte zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Saarbrücken sprach den 27-jährigen Syrer am Montag des Mordes schuldig, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Die Richter gingen von einer verminderten Schuldfähigkeit des Manns aus und verhängten deshalb keine lebenslange Freiheitsstrafe.

Das Gericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hingegen hatte auf Körperverletzung mit Todesfolge plädiert, weil dem 27-Jährigen kein Tötungsvorsatz nachzuweisen sei. Die Vertreter der Nebenklage forderten lebenslange Haft wegen Mordes.

Zuvor hatte ein Gutachter vor Gericht zu den psychischen Auffälligkeiten des Manns ausgesagt. Eine Unterbringung des Angeklagten in der Psychiatrie kommt nach Ansicht des Sachverständigen nicht in Betracht, weil keine Dauerstörung vorliege, wie die Gerichtssprecherin sagte.

Der Syrer soll Anfang Juni in einem psychosozialen Zentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) seinen Berater erstochen haben. Der Psychologe, der mit traumatisierten Flüchtlingen arbeitete, verblutete. Der 27-Jährige gestand zum Prozessauftakt im Oktober den Tathergang.

Er soll laut Anklage in das Dienstzimmer des Therapeuten gegangen und diesen mit Handschlag begrüßt haben. Währenddessen soll Angeklagte "unvermittelt und ohne Vorwarnung" auf den Therapeuten eingestochen haben. Der Angeklagte habe seinem Opfer "mit großer Wucht" zweimal ein Messer mit etwa 13 Zentimeter langer Klinge in den Körper gerammt. Es habe keinerlei Anzeichen für den Angriff gegeben.

Der 30-jährige aus dem Irak stammende Therapeut, der seit 2016 in dem DRK-Zentrum in der Beratung von traumatisierten Flüchtlingen arbeitete, starb noch vor Ort. Der mutmaßliche Täter flüchtete zunächst, wobei er sich anschließend noch selbst verletzt haben soll. Polizeibeamte nahmen ihn in Tatortnähe fest.