Felix Baumgartners historischer Sprung aus dem All - Mission erfüllt
Roswell (dk) Felix Baumgartner hat es geschafft. Um 20.17 Uhr unserer Zeit (12.17 Uhr Ortszeit) setzte der 43-jährige Extremsportler in New Mexico unweit des Camps in Roswell auf. Er sprang aus 39.045 Metern und erreichte 1342 Stundenkilometer, durchbrach damit die Schallmauer.
1342 Stundenkilometer, Schallmauer durchbrochen
Ziel des Österreichers war es, einen Rekord von 1960 zu knacken: Damals sprang der US-Amerikaner Joe Kittinger aus 31 Kilometern in die Tiefe. Darüber hinaus hatte der Österreicher noch einen zweiten Rekord im Visier. Am 14. Oktober 1947, also vor exakt 65 Jahren, hatte der Pilot Chuck Yeagar mit einem experimentellen Raketenflugzeug als erster Mensch Überschallgeschwindigkeit erreicht. Baumgartner wollte der erste Mensch sein, der dies im freien Fall und ohne ein Flugzeug schafft. Auf der Pressekonferenz am späten Sonntagabend gab die Federation Aeronautique Internationale (FAI) die Spitzengeschwindigkeit während des freien Falles bekannt: 373 Meter pro Sekunde entsprechen 1342 Stundenkilometer oder 1,24 Mach. Damit hat der Österreicher als erster Mensch der Geschichte die Schallmauer durchbrochen. Baumgartner war sich in einem ersten Interview nach seiner Landung nicht sicher, ob er es geschafft hatte. "Ich habe absolut keine Ahnung, ob und wann ich Überschall gesprungen bin." Einen Überschallknall spürte er nicht.
"Mir sind 20 Tonnen Last von den Schultern gefallen", sagte der Extremsportler nach seinem Sprung in die Geschichtsbücher. Beinahe wäre die Mission gescheitert - seine Visierbeheizung versagte ihren Dienst. "Ich dachte mir, das kann ja nicht sein, dass das Ganze daran scheitert - und habe mich für den Sprung entschieden". Kurz nach seinem Absprung kam Baumgartner ins Flachtrudeln, das gefürchtete "Flat-Spinning" trat ein. Kurz hatte er gedacht, das Bewusstsein zu verlieren, dann fing er sich wieder. Er hätte aber zu keinem Moment daran gedacht, den Notfallknopf zu drücken bzw. den Fallschirm zu lösen, meinte der Extremsportler. "Ich wusste zu jeder Sekunde, was passiert."
Rätselraten um Freifallrekord
Es kann sich noch eine Weile hinziehen, bis all die Zahlen und Rekorde offiziell bestätigt sind. Die FAI wertet nun die GPS-Daten aus, die während Baumgartners Ballonfahrt und seines gut neunminütigen Sprunges aufgezeichnet wurden. Die ausgewerteten Daten gehen dann, weil Baumgartner Österreicher ist, an den Aeroclub of Austria, einer Organisation des National Airsport Control (NAC). Dieser verfasst ein umfangreiches Dossier für die FAI. Die FAI mit Sitz im schweizerischen Lausanne wird die Rekorde letztendlich bestätigen und veröffentlichen. Dies muss innerhalb von 120 Tagen nach dem Rekordversuch passieren.
Am vergangenen Dienstag musste der erste Versuch der Mission abgebrochen werden. Wenige Minuten vor dem geplanten Start hatte eine plötzlich aufkommende Windböe in 230 Metern Höhe die Spitze des Spezialballons zu Boden gedrückt und damit zerstört. Sieben Jahre Vorbereitungszeit, so die Aussage von Felix Baumgartner kurz nach seiner Rückkehr zur Base in Roswell, lagen insgesamt vor der Mission, durch die wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse über die Stratosphäre und die Reaktion des menschlichen Körpers auf extreme Bedingungen im All gewonnen werden sollen.
Weltweites Interesse

Servus TV übertrug das Ereignis in einer 13-stündigen Livesendung und überzeugte, wie bereits beim ersten Rekordvesuch am Dienstag, durch seine seriöse und kompetente Berichterstattung. Hier erläutert Physiker und Wissenschafts-Astronaut Ulrich Walther die Beschaffenheit des Heliumballons.
Servus TV, das seit dieser Saison auch die Übertragungsrechte an der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) besitzt, gefiel wie schon bei der ersten Liveübertragung am Dienstag durch seine seriöse Berichterstattung von der Air Force Base in Roswell und durch spektakuläre Aufnahmen. Via HD-Kameras hatte der Fernsehzuschauer den neuen Rekordmann in seiner Kapsel und auch während des Sprungs zu jeder Sekunde im Blick. Experten hatten sich im Salzburger Studio des Senders eingefunden, um das Medienereignis fachkundig zu kommentieren. Vor Ort berichtete Andreas Jäger als einziger Journalist weltweit direkt von der Flightline. Dass er nach dem geglückten Sprung seines Landsmannes die journalistische Distanz über Bord warf, sei ihm verziehen. "Vielleicht haben wir uns durch diese Übertragung für die erste bemannte Landung auf dem Mars beworben", sagte der Moderator im Salzburger Studio während der über 13-stündigen Livesendung.
Den wohl bedeutendsten Satz des langen und ereignisreichen Tages sprach Felix Baumgartner gegen Ende der Pressekonferenz am späten Sonntagabend. Er sei froh, lebend zurückgekommen zu sein. Und: "Manchmal musst du weit hinaufgehen, um zu sehen, wie klein du eigentlich bist."
Uwe Ziegler, Online-Redaktion
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geschrieben am 17.10.2012 16:51
Es ist mir leider unverständlich warum sich viele über die Kosten dieses großartigen Projekts aufregen und darüber dass Herr Baumgartner geschätzte 10 Mio. davon erhält und das, obwohl ein privates Unternehmen sich diesen Sprung als riesen Werbeidee selbst bezahlt hat.
Aber wer sowas anprangert, der darf sich auch folgendes anhören:
Ein gewisser Herr Schweinsteiger erhält pro Jahr (!!) 12 Mio. Euro Fixgehalt und kann in seinen "Erfolgen" mit der Nationalmannschaft nur als Rekord-Vize aufwarten.
Allein die Tatsache dass man zweite Plätze jetzt schon als "Titel" feiert sagt vieles aus. Ein Gerd Müller lässt auf seiner Wikipedia-Seite beispielsweise nur echte Titel ausweisen - eben ein Erfolgstyp






