Montag, 27. Juni 2016 |

 

02.02.2016 19:42 Uhr | x gelesen
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"Wir betreiben hier Politik gegen Menschenrechte"


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Frau James, in Ihrem Buch beschreiben Sie, wie eine an der Scharia orientierte Rechtsprechung unsere Justiz zu unterwandern droht. Können Sie ein Beispiel nennen


Frau: "Wir betreiben hier Politik gegen Menschenrechte"
Weil sie den Islam kritisiert, hat die Konvertitin Sabatina James viele Feinde. Sie lebt in Deutschland in einem Zeugenschutzprogramm. - Foto: Yvonne Seidel

Frau James, in Ihrem Buch beschreiben Sie, wie eine an der Scharia orientierte Rechtsprechung unsere Justiz zu unterwandern droht. Können Sie ein Beispiel nennen?

Sabatina James: In Frankfurt hat eine Muslimin gegen ihren gewalttätigen Ehemann geklagt. Die Richterin sagte, das sei in der Kultur eben so üblich und könne deshalb nicht zur Begründung einer schnellen Scheidung herangezogen werden, wie das im Falle eines einheimischen Paares gewesen wäre. Auch in Zivilverfahren ist das oft so: Eine Iranerin, deren Ehemann ihr das gesamte Erbe hinterlassen hatte, musste es dennoch mit der Familie teilen und bekam selbst nur ein Viertel. Die Begründung des deutschen Gerichts: Nach islamischem Recht müssten Männer doppelt so viel erben wie Frauen, in diesem Fall die männlichen Verwandten des Verstorbenen. Leider werden diese Urteile nicht einmal in einer Dokumentationsstelle erfasst. Wir betreiben hier Politik gegen Menschenrechte.

 

Wie erklären Sie sich solche Urteile an deutschen Gerichten?

James: Das ist falsch verstandene Toleranz. Man meint es gut und untergräbt in bester Absicht die Menschenrechte. Wenn es für islamistische Straftaten mildere Urteile gibt mit dem Hinweis auf die islamische Kultur, dann ist damit gerichtlich nachgewiesen, dass von muslimischer Seite islamistische Vorstellungen in unser Land getragen werden und zumindest teilweise auch Anerkennung finden, statt bekämpft zu werden. 

 

Momentan kommen immer mehr Flüchtlinge, darunter auch viele Muslime, nach Deutschland. Ist das ein Problem?

James: Bei der jetzigen Entwicklung haben wir in zehn Jahren wahrscheinlich 30 Millionen Muslime in Deutschland. Das wäre dann die Mehrheit einer neuen Generation. Wir haben schon jetzt Parallelgesellschaften, in denen selbst ernannte muslimische "Friedensrichter" Recht sprechen und die deutsche Justiz aushebeln. Ich frage mich schon, wie wir die Flüchtlinge integrieren sollen, wenn wir noch nicht einmal die hier lebenden muslimischen Migranten integrieren können.

 

Brauchen wir also die Obergrenze?

James: Das Wichtigste ist: Diejenigen, die kommen, müssen wissen, dass sie sofort zurückgeschickt werden, sollten sie gegen die Menschenrechte verstoßen. Aber wir sind generell nicht dafür zuständig, die undemokratische islamistische Welt zu demokratisieren. Die Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIC), in der 56 Staaten Mitglied sind, sagt öffentlich, dass Frauen und Nicht-Muslime keine Menschen im rechtlich vollwertigen Sinne sind. Sie verweigert ihnen die rechtliche Gleichstellung. Solange die islamische Welt sich durch ihre Gesetze auf diese Weise definiert, kann eine Masseneinwanderung von dort für uns nicht sinnvoll sein. Ich denke, es ist vorwiegend die Aufgabe der islamischen Staaten, ihre Glaubensbrüder aufzunehmen. Wir sollten vor allem die Menschen aufnehmen, die keine Sicherheit in islamischen Ländern bekommen. Das sind insbesondere Jesiden und orientalische Christen.

 

Wie soll man diese unterscheiden?

James: Es gibt momentan nicht einmal eine Dokumentationsstelle für islamistische Gewalttäter. Stattdessen lassen wir oft die Opfer im Stich. Ich habe bei meiner Arbeit mit Flüchtlingen mitbekommen, wie Christen in Unterkünften von Muslimen zusammengeschlagen wurden, bedroht und belästigt werden. Doch die Täter werden oft nicht belangt.

 

Wie soll man das ändern?

James: Was uns fehlt, ist eine Debatte über den antidemokratischen Islamismus in der Öffentlichkeit. Sogar bei Vorträgen an deutschen Schulen höre ich immer wieder, dass den Schülern untersagt wird, Gewaltaspekte des Islam auch nur anzusprechen. Die Schüler haben Angst, darüber zu diskutieren, weil sie sonst als Nazis diffamiert werden. Dasselbe Gefühl hat ein großer Teil der deutschen Bevölkerung. Deshalb gibt es auch viele Menschen, die wütend sind. Ich bin davon überzeugt, dass die Situation, sollten die Probleme nicht offen angesprochen werden, in einem Bürgerkrieg eskalieren wird.

 

Einem Bürgerkrieg in Deutschland?

James: Allerdings. Die Bandenkriege sind ja schon da. Es gibt in Deutschland Bereiche zum Beispiel in Berlin, Essen und Duisburg, in die sich die Polizei nicht mehr hineintraut. Das sind verlorene Gebiete. Wir dürfen so etwas nicht dulden, wenn wir weiter ein demokratisches Land bleiben wollen. Wenn die Bevölkerung nämlich den Eindruck bekäme, sich nur noch durch Selbsthilfe gegen die islamistische Gewalt schützen zu können, dann kämen wir einem Bürgerkrieg schon recht nahe. 

 

Auch die Attentäter des Anschlags in Paris im November hielten sich in Parallelgesellschaften auf. Erwarten Sie in Deutschland Anschläge?

James: Ich glaube, wir hatten bisher einfach Glück. Zum einen weisen wir gewalttätige Islamisten nicht konsequent aus, aus deren Reihen die Attentäter ja hervorgehen. Zum anderen besteht die Gefahr, dass unter den Flüchtlingen auch Attentäter nach Deutschland kommen, die dann wiederum nicht zurückgeschickt werden.

 

Was muss nun geschehen?

James: Die Islamverbände in Deutschland haben sich bisher nicht öffentlich gegen die islamische Menschenrechtserklärung der OIC ausgesprochen. Sie sollten das tun und außerdem endlich offen über die Rolle Mohammeds sprechen. Die Gewalt des Propheten darf nicht länger als Vorbild gelehrt werden. Er war ein Mann, der ein kleines Mädchen heiratete und das Steinigen von Ehebrechern predigte. Wer ihn als Vorbild lehrt, lehrt faktisch Gewalt.

 

Ist das nicht eine Interpretationssache? Im Koran stehen zwar viele gewaltvolle Suren, aber auch friedliche.

James: Über die Worte kann man tatsächlich noch streiten. Doch die Handlungen Mohammeds sind historisch belegt und bestätigen, wie er es gemeint hat. Das auszublenden und die Diskussion darüber abzuwürgen, verhindert die Reformierung und gefährdet den Schutz der demokratischen Gesellschaft.

 

Das Gespräch führte

Desirée Brenner.


Desirée Brenner

 
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