Der Prozess von US-Sängerin Taylor Swift gegen einen mutmaßlichen "Po-Grapscher" hat mit der Auswahl der Geschworenen begonnen. Swift wirft einem Radio-DJ vor, ihr 2013 bei einer Backstage-Visite vor einem Konzert an den Po gefasst zu haben. US-Sängerin Taylor Swift im Oktober  2016 in Texas
Der Prozess von US-Sängerin Taylor Swift gegen einen mutmaßlichen "Po-Grapscher" hat mit der Auswahl der Geschworenen begonnen. Swift wirft einem Radio-DJ vor, ihr 2013 bei einer Backstage-Visite vor einem Konzert an den Po gefasst zu haben.
© 2017 AFP

Für US-Sängerin Taylor Swift dürften die kommenden Tage wenig angenehm werden: Vor einem Gericht in Denver steht sie einem Radio-Moderator gegenüber, der sie bei einem Fototermin begrapscht haben soll. Bereits am Montag verfolgte die 27-Jährige im Beisein ihrer Anwälte im Gerichtssaal die Auswahl der acht Geschworenen.

Swift wirft dem Radio-DJ David Mueller vor, ihr im Juni 2013 bei einer kurzen Backstage-Visite vor einem Konzert an den Po gefasst zu haben, als sie für ein Foto posierten. Zwei Tage später wurde Mueller von seinem Arbeitgeber, dem Lokalsender Kygo, gefeuert.

Im September 2015 verklagte Mueller Swift - er warf ihr vor, statt der Polizei seine Chefs angerufen zu haben und damit für seinen Rauswurf verantwortlich zu sein. Nach Muellers Aussage riefen die Manager des Popstars am Tag nach der mutmaßlichen Grapsch-Attacke den Radiosender Kygo an, um die Entlassung des DJs zu fordern.

Mueller behauptet, nicht er, sondern einer seiner Freunde habe die damals 23-jährige Sängerin unsittlich berührt. Wegen Verdienstausfällen fordert er drei Millionen Dollar (rund 2,5 Millionen Dollar) von der Sängerin.

Swift reichte im Oktober 2015 Klage gegen Mueller ein und beschuldigte ihn der sexuellen Nötigung. In ihrer Klage heißt es, sie sei, nachdem sie "derart unsittlich berührt" worden sei, erschüttert und verzweifelt gewesen, habe aber trotzdem ihr Konzert vor 13.000 Fans durchstehen müssen.

Sie fordert einen symbolischen Dollar von dem DJ und argumentiert unter anderem, dass ein Urteil zu ihren Gunsten andere Frauen ermutigen würde, die Opfer ähnlicher Angriffe waren.

Eine wichtige Rolle bei dem Prozess dürfte das Foto spielen, auf dem Swift zwischen Mueller und dessen Freundin posiert. Auf dem Bild scheint Muellers Hand auf der Höhe von Swifts Po zu sein - ob er diesen tatsächlich auch berührt, lässt sich jedoch nicht erkennen. Bei ihrer Befragung mussten die potenziellen Geschworenen unter anderem auch angeben, ob sie das Foto kennen.

Die Eröffnungsplädoyers werden ab Dienstag erwartet. Für das Verfahren sind insgesamt neun Tage angesetzt. Das Gericht hatte allen Beteiligten die Auflage gemacht, am gesamten Prozess teilzunehmen.