Johnny Hallydays leibliche Kinder wollen sein Testament gerichtlich anfechten, in dem der französische Rockstar seine Frau Laeticia als Alleinerbin eingesetzt hat. Dies verletze eindeutig das französische Erbschaftsrecht, erklärten die Anwälte. Laura Smet und David Hallyday bei der Pariser Trauerfeier
Johnny Hallydays leibliche Kinder wollen sein Testament gerichtlich anfechten, in dem der französische Rockstar seine Frau Laeticia als Alleinerbin eingesetzt hat. Dies verletze eindeutig das französische Erbschaftsrecht, erklärten die Anwälte.
© 2018 AFP

Johnny Hallydays leibliche Kinder wollen sein Testament gerichtlich anfechten, in dem der im Dezember gestorbene französische Rockstar seine Frau Laeticia als Alleinerbin eingesetzt hat. Laura Smet habe zu ihrem großen Schmerz feststellen müssen, dass ihr Vater ihr nichts hinterlassen habe: kein Vermögen, kein Recht auf Tantiemen, nicht einmal eine Erinnerung an ihn wie etwa die signierte Plattenhülle seines Lieds "Laura", erklärten ihre Anwälte am Montag.

Nach Angaben der Anwälte wurde das Testament nach den Bestimmungen des US-Bundesstaats Kalifornien aufgesetzt, in dem Hallyday, seine Frau und die beiden minderjährigen Adoptivkinder Joy und Jade einen Teil des Jahres verbrachten. Es sieht zudem vor, dass beim Tod der Witwe das Erbe zu gleichen Teilen an die Adoptivkinder geht.

Alle Verfügungen verstießen "nachweislich" gegen das französische Erbschaftsrecht, erklärten die Anwälte. Deshalb habe die 34-jährige Laura Smet sie damit beauftragt, ihre Rechte zu verteidigen und alles zu unternehmen, um das Werk ihres Vaters zu schützen, hieß es in der Erklärung weiter. Lauras älterer Bruder David Hallyday trete als "Mitkläger" auf, sagte sein Anwalt Jean Veil der Nachrichtenagentur AFP.

In einem Brief an ihren verstorbenen Vater, den ihre Anwälte AFP übermittelten, verteidigte Laura Smet ihren Schritt. Einige Wochen vor seinem Tod habe Hallyday sie noch gefragt, wann sie endlich ein Kind bekomme, schreibt die 34-jährige Schauspielerin. "Was aber könnte ich ihm von Dir vermitteln, von Dir, den ich so sehr bewundere?"

Bis heute könne sie es kaum ertragen, dass sie sich nicht von ihm verabschieden konnte, heißt es in dem Schreiben weiter. Darin beschreibt Laura Smet ihren Vater als "schön" und "endlich frei", aber gleichzeitig auch als Suchenden, der "völlig verloren und verängstigt durch den Nebel läuft".

"Ich höre Dich, Papa, und ich habe beschlossen zu kämpfen", fährt sie fort. Sie hätte sich gewünscht, dass die ganze Angelegenheit in der Familien bleibe, erklärt sie schließlich. "Aber unglücklicherweise läuft das in unserer Familie so..." Sie schließt den Brief mit: "Ich bin stolz, Deine Tochter zu sein. Ich liebe Dich, Papa."

Hallyday war Anfang Dezember im Alter von 74 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Er war fünf Mal verheiratet. Sein 51-jähriger Sohn David stammt aus seiner ersten Ehe mit der französischen Sängerin Sylvie Vartan, Laura Smet aus seiner Beziehung mit der Schauspielerin Nathalie Baye.