Bei dem Käufer des Gemäldes "Salvator Mundi" von Leonardo da Vinci handelt es sich einem Bericht zufolge um den saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Das Jesus-Gemälde "Salvator Mundi"
Bei dem Käufer des Gemäldes "Salvator Mundi" von Leonardo da Vinci handelt es sich einem Bericht zufolge um den saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.
© 2017 AFP

Das "Wall Street Journal" will das Geheimnis gelüftet haben: Bei dem Käufer des sagenhaft teuren Gemäldes "Salvator Mundi" von Leonardo da Vinci handelt es sich nach Informationen der Zeitung um den saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Der 32-Jährige habe einen Zwischenhändler eingeschaltet, um das Ölgemälde zu kaufen, berichtete die Zeitung am Donnerstag. Das Jesus-Bildnis ist das mit Abstand teuerste Gemälde der Welt und soll demnächst im neu eröffneten Louvre Abu Dhabi ausgestellt werden.

Das "Wall Street Journal" berief sich bei der Enthüllung des Käufers auf US-Geheimdienstkreise, die sich für den Kronprinzen und Vize-Regierungschef Saudi-Arabiens interessieren. Von Diplomaten wird der Prinz, der einen rasanten Aufstieg bis in die höchsten Machtzirkel in Riad hingelegt hat, "Mr. Everything" genannt. Die "New York Times" hatte am Mittwoch gemeldet, der Käufer sei ein Vertrauter des Kronprinzen.

Beobachter bezeichnen den jungen Prinzen mit dem stets perfekt getrimmten schwarzen Bart als "aggressiv und ehrgeizig". Laut einem Porträt, das im vergangenen Jahr im Magazin "Bloomberg Businessweek" erschien, arbeitet er 16 Stunden am Tag.

Der 32-Jährige wurde dort auch als schöngeistig beschrieben. Doch Festnahmen ranghoher Politiker Anfang November zeigten, dass der Prinz hart gegen seine Kritiker durchgreift. Er steht an der Spitze einer neu eingesetzten Kommission für den Kampf gegen Korruption in Saudi-Arabien. Auch in der Außenpolitik des Königreichs setzte der Kronprinz bereits mehrfach Akzente.

Das 500 Jahre alte Ölgemälde "Salvator Mundi" von da Vinci war Mitte November in New York für die beispiellos hohe Summe von 450,3 Millionen Dollar (381,3 Millionen Euro) versteigert worden. Es zeigt Jesus Christus mit zum Segen erhobener rechter Hand, in der Linken hält er eine Kristallkugel.

Experten vermuten, dass es vom französischen Königshof in Auftrag gegeben worden sein könnte und später in den Besitz des englischen Königshauses überging. "Salvator Mundi" war das letzte Da-Vinci-Werk, das sich in Privatbesitz befand, alle anderen sind in Museen oder öffentlichen Kunstsammlungen zu sehen.

Der Rekordpreis, den es bei der Versteigerung im November erzielt hatte, übertraf alle Erwartungen. Lange Zeit galt das Gemälde auch als Kopie oder Fälschung; 1958 wechselte es noch für ganze 45 britische Pfund den Besitzer.

In den folgenden Jahrzehnten war das Werk verschollen und tauchte erst 2005 wieder auf. Nach jahrelanger Untersuchung wurde es als authentisches Werk des weltberühmten Renaissancemalers identifiziert und 2011 in der National Gallery in London ausgestellt. Weniger als 20 Gemälde werden von Experten übereinstimmend als echte Da Vincis anerkannt.

Das am 11. November eröffnete Louvre Abu Dhabi ist der erste Ableger des weltberühmten Pariser Louvre. Das Museum schloss eine Vereinbarung mit Frankreich, die unter anderem die Überlassung des Namens "Louvre" für 30 Jahre und Wechselausstellungen vorsieht.

Zehn Jahre lang wird das Pariser Original dem Ableger in Abu Dhabi Werke leihen, jeweils für maximal zwei Jahre. Insgesamt nimmt Frankreich rund eine Milliarde Euro ein, der Pariser Louvre bekommt davon für die Überlassung des Namens 400 Millionen Euro.