Sonntag, 26. März 2017 |

 

20.03.2017 14:27 Uhr | x gelesen
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Kambodscha stoppt die Ausfuhr abgepumpter Muttermilch in die USA


Bild: Kambodscha stoppt die Ausfuhr abgepumpter Muttermilch in die USA.  Kambodscha hat den Export abgepumpter Muttermilch in die USA vorübergehend gestoppt. Mit der Entscheidung reagierte die Zollbehörde auf Medienberichte, denen zufolge sich arme Mütter in dem Land durch das Abpumpen ein Zubrot verdienen.

Kambodscha hat den Export abgepumpter Muttermilch in die USA vorübergehend gestoppt. Mit der Entscheidung reagierte die Zollbehörde auf Medienberichte, denen zufolge sich arme Mütter in dem Land durch das Abpumpen ein Zubrot verdienen.


Kambodscha hat den Export abgepumpter Muttermilch in die USA vorübergehend gestoppt. Abgepumpte Muttermilch
Bild: © 2017 AFP Kambodscha hat den Export abgepumpter Muttermilch in die USA vorübergehend gestoppt.

Kambodscha hat den Export abgepumpter Muttermilch in die USA vorübergehend gestoppt. Mit der am Montag in Phnom Penh bekannt gegebenen Entscheidung reagierte die Zollbehörde auf Medienberichte, denen zufolge sich arme Mütter in dem Land durch häufiges Abpumpen ein Zubrot verdienen. Hinter dem Muttermilch-Handel steht das US-Unternehmen Ambrosia Labs, das die Milch in den USA für 20 Dollar (18,60 Euro) pro 147-Milliliter-Packung verkauft.

Der Generaldirektor der Zollbehörde, Kun Nhem, begründete den Ausfuhrstopp mit der fehlenden Genehmigung des Gesundheitsministeriums. Eine solche Genehmigung sei erforderlich für alle Exporte von Produkten, die mit menschlichen Organen zu tun haben. Was den Export von Muttermilch angehe, werde die Regierung bald eine Richtlinie erlassen, weil es sich dabei um ein "etwas sensibles Produkt" handele, sagte Kun Nhem.

Die im US-Bundesstaat Utah ansässige Firma Ambrosia Lab bot die kambodschanische Muttermilch Müttern in den USA an, die selbst nicht genug Milch produzierten oder aus anderen Gründen zufüttern wollten. Nach dem Abpumpen in Kambodscha wurde die Milch eingefroren, in die USA verschickt und dort pasteurisiert.

Dieses Geschäft mit armen kambodschanischen Müttern warf ethische Fragen auf, die zuletzt in mehreren Medienberichten thematisiert wurden. AFP hatte kürzlich vor einer Filiale von Ambrosia Labs in einem armen Vorort von Phnom Penh mit jungen Müttern gesprochen.

"Ich bin arm, und der Verkauf der Milch hilft mir sehr", sagte die 30-jährige Chea Sam. Sie gab an, für ein Mal Abpumpen je nach Menge bis zu 40.000 Riel (9,10 Euro) bekommen zu haben. Sechs Mal pro Woche kam Chea Sam nach eigenen Angaben zum Abpumpen.


Phnom Penh (AFP)

 
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