Indian students take part in a protest in Jalandhar on April 16, 2018, over the high profile rape cases in Jammu and Kashmir and Uttar Pradesh states.Indian police have made another arrest after the alleged rape of a teenager by a ruling party politician sparked protests across the country, federal investigators said April 15. Protest gegen Gewakt gegen Frauen am Montag in Jalandhar
Indian students take part in a protest in Jalandhar on April 16, 2018, over the high profile rape cases in Jammu and Kashmir and Uttar Pradesh states.Indian police have made another arrest after the alleged rape of a teenager by a ruling party politician sparked protests across the country, federal investigators said April 15.
© 2018 AFP

Im Prozess um die Gruppen-Vergewaltigung und Ermordung einer achtjährigen Muslimin in Indien haben die acht angeklagten Hindus am Montag auf nicht schuldig plädiert. Die Angeklagten seien bereit, sich einem Test mit dem Lügendetektor zu unterziehen, sagte Verteidiger Ankur Sharma nach der Anhörung vor einem Gericht in Kathua. Der Prozess sei aus Verfahrensgründen auf den 28. April vertagt worden.

Das achtjährige Mädchen war im Januar im Bundesstaat Jammu und Kaschmir entführt, unter Drogen gesetzt und fünf Tage lang von mehreren Männern vergewaltigt worden, unter anderem in einem Hindu-Tempel. Sie wurde schließlich gewürgt und mit einem Stein erschlagen.

Zu den Angeklagten zählen vier Polizisten und ein Tempelwächter. Der Tempelwächter soll mit den Polizeibeamten, seinem Sohn, seinem Neffen und einem Freund beschlossen haben, das Mädchen zu töten und alle Beweise für die ihr zugefügten Verbrechen zu vernichten. Die hinduistischen Männer sollen das Verbrechen begangen haben, um als Nomaden lebende Muslime aus einem von Hindus dominiertem Gebiet im Süden von Jammu zu vertreiben.

Der Anwalt der Familie des Mädchens, Deepika Singh Rajawat, beantragte am Montag bei Indiens Oberstem Gerichtshof, das Verfahren aus Jammu und Kaschmir in einen anderen Bundesstaat zu verlegen. Er habe Morddrohungen erhalten, weil er den Fall übernommen hatte.

Der Fall hatte in Indien für Entsetzen gesorgt und löste zusammen mit der Vergewaltigung einer Jugendlichen durch einen Abgeordneten der Regierungspartei BJP im Bundesstaat Uttar Pradesh die größten Proteste seit der tödlichen Gruppenvergewaltigung einer Studentin in Neu Delhi im Jahr 2012 aus. Es gab Kundgebungen und Mahnwachen in Neu Delhi, Mumbai und anderen Teilen des Landes.

Zwei Minister von Jammu und Kaschmir, die an einer Kundgebung zur Verteidigung der mutmaßlichen Täter teilnahmen und der Partei von Indiens Regierungschef Narendra Modi angehören, mussten zurücktreten.

Nach der Gruppenvergewaltigung der Studentin in New Delhi waren zwar die Strafen für Vergewaltiger in Indien deutlich verschärft worden. Die Zahl der Angriffe auf Frauen in dem Land ist aber weiterhin hoch. Jährlich werden 40.000 Fälle angezeigt.