Zwei Vergewaltigungsfälle erschüttern derzeit Indien und setzen die Partei von Regierungschef Narendra Modi massiv unter Druck. Ein Fall betrifft einen Abgeordneten der Regierungspartei BJP, der eine Jugendliche missbraucht haben soll. Proteste nach brutalen Vergewaltigungsfällen in Indien
Zwei Vergewaltigungsfälle erschüttern derzeit Indien und setzen die Partei von Regierungschef Narendra Modi massiv unter Druck. Ein Fall betrifft einen Abgeordneten der Regierungspartei BJP, der eine Jugendliche missbraucht haben soll.
© 2018 AFP

Zwei Vergewaltigungsfälle erschüttern derzeit Indien und setzen die Partei von Regierungschef Narendra Modi massiv unter Druck: Im Fall eines Abgeordneten der Regierungspartei BJP im Bundesstaat Uttar Pradesh, der eine Jugendliche missbraucht haben soll, hat die Polizei am Sonntag eine weitere Festnahme vermeldet. Eine Frau, der vorgeworfen wird, den einflussreichen Politiker Kuldeep Singh Sengar gedeckt zu haben, sei in Gewahrsam genommen worden, teilten die Ermittler mit.

Zudem sorgt die Vergewaltigung und Ermordung einer achtjährigen Muslimin in Indien für Entsetzen. Die beiden Fälle führten zu den größten Proteste seit der Gruppenvergewaltigung einer Studentin in Neu Delhi im Jahr 2012, die später ihren Verletzungen erlag. Modi versprach am Freitag, die Verantwortlichen für die beiden Taten zur Rechenschaft zu ziehen. Der indische Frauenminister forderte die Todesstrafe für Kinderschänder.

Der Abgeordnete Sengar sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, die heute 17-Jährige im vergangenen Juni vergewaltigt zu haben. Die nun festgenommene Shashi Singh soll während der Tat vor der Tür Wache gestanden haben.

Die Polizei nahm erst in der vergangenen Woche Ermittlungen auf, nachdem das mutmaßliche Missbrauchsopfer versucht hatte, sich vor dem Büro des Regierungschefs von Uttar Pradesh anzuzünden. Kurz darauf starb der Vater der jungen Frau im Polizeigewahrsam. Seine Tochter warf den Beamten vor, ihn gefoltert zu haben.

Derweil wurden neue Details über den gewaltsame Tod der Achtjährigen im Bundesstaat Jammu und Kaschmir bekannt. Das muslimische Mädchen war im Januar in der von Hindus dominierten Region Jammu entführt und fünf Tage lang von mehreren Männern vergewaltigt worden, unter anderem in einem Hindu-Tempel. Sie wurde schließlich erwürgt und mit einem Stein erschlagen. Acht Verdächtige wurden festgenommen, unter ihnen vier Polizisten.

Zwei Staatsminister von Modis hinduistisch-nationalistischer Bharatiya-Janata-Partei (BJP) mussten zurücktreten, weil sie an einer Demonstration für die Beschuldigten teilgenommen hatten.

Seit der brutalen Gruppenvergewaltigung der Studentin in Neu Delhi 2012 wurden zwar die Strafen für Vergewaltiger in Indien deutlich verschärft. Die Zahl der Angriffe auf Frauen in dem Land ist aber weiterhin hoch. Jährlich werden 40.000 Fälle angezeigt. Am Sonntag wurden in Neu Delhi, Mumbai und anderen Teilen des Landes Kundgebungen und Mahnwachen organisiert.